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Snow Card Tirol ist keine Großraumkarte

27.000 Leute haben im Vorjahr die Snow Card gekauft, die mit über 90 Liften den weltweit größen Schiverbund mit EINER Großraumskikarte abdeckt. Obwohl diese Karte super läuft, gibt es weiterhin zwei wesentliche Wermutstropfen. Fieberbrunn und Arlberg sind ausgestiegen.

KUFSTEIN "Fieberbrunn ist ausgestiegen, weil sich das Skigebiet dem Verbund Saalbach/Hinterglemm angeschlossen hat", sagt Hansjörg Kogler als Vorsitzender der Snow Card Tirol und gleichzeitig Geschäftsführer der Bergbahnen Westendorf. Auch der Arlberg ist nicht inkludiert. Sein Zitat: "Die Saisonkarte ist dort teurer als die Snow Card, deshalb rentiert es sich für das Skigebiet nicht".

Damit wurden die besten Schigebiete im Osten und Westen unseres Bundeslandes, die mit enormen finanziellen Aufwand des Steuerzahlers weiter verbessert worden sind, von dieser einzigartigen Skikarte ausgeschlossen. Die Grundidee der Snow Card Tirol, EINE Großraumskikarte für das ganze Land zu sein, ist daher nach zehnjährigem Bestand der Snow Card Tirol immer noch nicht gegeben.

Im Übrigen ist auch die Preissituation falsch dargestellt, denn die Karte kostet nicht 797,- EURO/Person und wird dieser Preis beworben auch noch mit dem Slogan "Die Tirol Snow Card erhalten alle EU-Bürger zum Normaltarif". Unter Vorlage des Meldezettels mit Hauptwohnsitz in Tirol erhält jeder die Karte um exakt 609,- EURO, ist also fast um ¼ des Gesamtkaufpreises billiger und ist dies daher auch noch eklatant EU-rechtswidrig, weil zum Beispiel der Kiefersfeldner Bewohner den vollen Preis bezahlen muss und außerdem die Kostensituation des Schweizers unklar/beliebig ist.

Beim Fall Fieberbrunn haben sich die lieber den Saalbachern zugewendet, dafür aber all unsere Tiroler Förderungsgelder und Genehmigungsverfahren vorher zur Seilbahnverbindung in Anspruch genommen. Es muss daher einen konkreten Grund geben, warum Fieberbrunn die bisher sehr gut angenommene Verknüpfung mit der Snow Card Tirol nicht mehr genommen hat. Mit rationalen Argumenten lässt sich nämlich ein Ausstieg der Fieberbrunner aus dem Snow Card Tirol-Kartenverbund nämlich schon gar nicht erklären. Beim Fall St. Anton hat man schon fast den Eindruck, die wollen den Otto-Normal-Verbraucher der Snow Card Tirol nicht mehr, weil ihnen ohnehin "die Besseren"die teureren Saisonkarten geradezu aus der Hand reißen. Und die Arlberger wollen offenbar auch nicht, dass ihnen Gäste abwandern, die möglicherweise z. B. nach Serfaus fahren könnten. Das ist doch alles Kirchturmdenken pur, wenn EINE Großraumskikarte für das ganze Land die Zielsetzung sein sollte.

Es wird höchste Zeit, dass da der Landeshauptmann als Chef des Tourismus ein Machtwort spricht, denn, so eine Frage nur allein den Seilbahnern/Bergbahnern zu überlassen, zeigt, dass die in einem Jahrzehnt nicht fähig (oder willig – oder gar beides) waren, EINE Großraumskikarte für unser ganzes Land umzusetzen.

Nach einem Jahrzehnt nützen selbst beste Ausreden nichts mehr!

Mag. iur. Anton Frisch

Kufstein, am 8.10.2018