Vor der Kramsacher Freikrippe: Peter Thurner, Obm Pepi Stubenvoll, Hubert Madersbacher, Pfarrer Mag Martin Schmid, Siegfried Thumer, Renate Stubenvoll, Franz Luchner, Josef Häubler, Christina Thumer, Franz Molnar, Hans Jaud

100 Jahre Krippenverein Kramsach/Umgebung

100 Jahre Krippenverein Kramsach/Umgebung

KRAMSACH (klausm) „Als Zeichen dankbarer Anerkennung für die Treue und unermüdliche Arbeit im Dienst der Krippe“- verlieh der Landesverband der Tiroler Krippenfreunde dem etwa 130 Mitglieder starken Krippenverein Kramsach/Umgebung am Freitag 12. Dezember im Volksspielhaus zur Ausstellung „100 Jahre Krippenverein Kramsach/Umgebung“ Ehrenurkunde und Ehrenmedaille.

Dazu Obmann Pepi Stubenvoll: „Wenn wir heuer unser 100. Bestandsjubiläum feiern, können wir mit Stolz behaupten, Mitglieder eines der ältesten Krippenvereine Tirols zu sein.“ und weiter: „Waren bei unserer Jubiläumsausstellung vor 10 Jahren vor allem Werke bereits verstorbener Künstler und alte Kirchenkrippen zu sehen, sollen heuer in der Jubiläumsausstellung vom 14. bis 15. Dezember hauptsächlich Arbeiten zeitgenössischer Künstler und Krippen aus Baukursen gezeigt werden.“

Glückwünsche an den Jubiläums-Krippenverein Kramsach/Umgebung kamen von Herwig van Staa (Präsident der Österr. Krippenfreunde), Oswald Gapp (Landesobmann), Pfarrer Mag Martin Schmid, Bgm Bernhard Zisterer (Kramsach), Bgm Ing Rudolf Puecher (Brixlegg), Bgm Prof Mag Josef Auer (Radfeld) und Bgm Bernhard Freiberger (Rattenberg).

Ein besonderer Höhepunkt im Rahmen der Jubiläumsausstellung war die Präsentation der Kramsacher Freikrippe nach einem Originalmodell von Peter Thurner. Die Freikrippe wird künftig zur Weihnachtszeit im Kramsacher Ortszentrum aufgestellt. Federführend für die Anfertigung dieser Freikrippe waren Peter Thurner, Klaus Atzl und Josef Häubler. Für so eine große Freikrippe braucht es Platz und den stellte Simon Moser Hagau zur Verfügung, die Malarbeiten an der Krippe übernahm Heidi Gandler aus Söll. Die Freikrippe des Krippenvereins Kramsach/Umgebung ist ein Geschenk an die Gemeinde Kramsach.

Auszugsweise aus der Chronik:

Über den Kramsacher Krippenverein kann man 1920 erstmals in den Berichten des „Krippenfreundes“ lesen, dass der Wörgler Johann Seisl in der Weihnachtszeit 1919 in St. Johann, Kufstein, Oberau und Kramsach Wanderversammlungen abgehalten hatte und bei der Gründung von Ortsgruppen mitgewirkt hatte, so auch bei der Ortsgruppe Kramsach. Die offizielle Gründung des Kramsacher Krippenvereines erfolgte bereits im Jahr 1919 und Gründungsmitglieder waren seinerzeit: Anton Gritsch (Kaufmann), Josef Meier (Gerichtsbeamter), Ludwig Ebenbichler (Schuldirektor), Karl Lettenbichler (Postangestellter), Josef Tschaufesser (Baumeister), Andrä Bramböck (Landwirt), Josef Lettenbichler (Kaufmann) und Josef Reiter (Angestellter). Obleute seit Bestehen des Vereines: Anton Gritsch (1919–1951), Georg Atzl (1951–1980), Werner Salzburger (1980–2002), Michael Widmann (2002–2008), Pepi Stubenvoll (seit 2008).

Besonders bekannte Krippenbauer waren Hans Ebenbichler, Peter Huber, Peter Madersbacher, Peter Schneider und Johann Seisl, wobei Johann Seisl bereits 1917 begonnen hatte, für die Pfarrkirche Voldöpp eine orientalische Krippe zu schnitzen, welche zu Weihnachten 1923 erstmals komplett aufgestellt werden konnte. Heute noch sind diese Figuren alle zwei Jahre in einer Voldöpper Kirchenkrippe zu bewundern. Obmann Anton Gritsch und seine begeisterten Mitarbeiter im Verein um 1936, beauftragten den begabten Kramsacher Bildhauer Peter Madersbacher, eine zweite Kirchenkrippe für die Voldöpper Pfarrkirche zu schnitzen. Diese sollte aber im Gegensatz zur orientalischen Seislkrippe im heimatlichen Stil gebaut und geschnitzt werden. Interessant dabei war, dass dieses Werk durch Spenden vieler Krippenfreunde zustandekam, wobei sich jeder verpflichtete, die Kosten für eine Figur zu übernehmen. Seither können in der Voldöpper Kirche jährlich abwechselnd die »Seislkrippe« und die »Madersbacherkrippe« aufgestellt werden.

Zu den Fotos:


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