Jubiläums-Veteranenverein Brandenberg marschiert zur Feldmesse beim „Melcherbauern“

125 Jahre Veteranen Brandenberg

125 Jahre Veteranen Brandenberg und 55. Bezirksfest des Tiroler Kameradschaftsbundes Kufstein

BRANDENBERG (klausm) Für den Brandenberger Veteranenverein mit Obmann Herbert Rupprechter gab’s am 13. und 14. Juli drei gute Gründe für ein standesgemäßes Festwochenende: 1) feierten die Veteranen ihr 125-jähriges Bestandsjubiläum - dieGründung reicht bis 1894 zurück, ein denkwürdiger Geburtstag also, 2) wurde am besagten Wochenende das 55. Bezirksfest des Tiroler Kameradschaftsbundes ausgerichtet und 3) feierten der Tiroler und Vorarlberger Kameradschaftsbund ihre 20-jährige Partnerschaft.

Den Jubiläumsabend am Samstag gestalteten der “Tiroler Schwung” und die “Heimatbühne Brandenberg”. Der Sonntag begann für etwa 440 Teilnehmer mit einer würdigen Feldmesse beim “Melcherbauern”, zelebriert von Pater Josef und Militäroberkurator Pfarrer MMag Johannes Peer Schiestl von der katholischen Militärseelsorge. Die Ehrenformationen stellten zum Einen die Schützenkompanie Brandenberg, zum Anderen die Bundesmusikkapelle Brandenberg. Den Ehrenschutz über diese Jubiläumsveranstaltung hatten Landesoberschützenmeister Bezirkshauptmann Dr Christoph Platzgummer, Brandenberg’s Bürgermeister Hannes Neuhauser und Präsident des Tiroler Kameradschaftsbundes Hermann Hotter übernommen. Im Anschluß an die Feldmesse wurden zur Erinnerung an das Jubiläumsfest Erinnerungsfahnen an die teilnehmenden Vereine übergeben, auf dem Marsch hinaus in die Stocksporthalle wurde vorher noch schneidig an den Ehrengästen vorbeidefiliert und schließlich nahmen die Teilnehmer in der Festhalle, bzw Stocksporthalle Platz um bei Musik der “Blaskapelle Tinnitus”, sowie dem “Brandenberg Duo” mit Heini und Ingo das Jubiläumsfest ausklingen zu lassen.

Unter den Ehrengästen am Sonntag: Präsident Hermann Hotter (Tiroler Kameradschaftsbund), Bat.-Kdt Mjr Hermann Egger, Abgeordnete zum Nationalrat Carmen Schimanek (FPÖ), LAbg Claudia Hagsteiner (SPÖ-Tirol), in den Reihen des Wörgler Veteranen Vereines Geschäftsführer Michael Riedhart (Tiroler Volkspartei Kufstein), in den Reihen des Veteranenvereins Brandenberg Kdt Josef Rohregger (PI Kundl), Bezirkshauptmann Dr Christoph Platzgummer, Bürgermeister Hannes Neuhauser, Vize-Bgm Georg Haaser, Altbürgermeister Albert Ender.

Veteranenverein Brandenberg

Die Gründung der Brandenberger Veteranen reicht ins Jahr 1894 zurück. Zu dieser Zeit gab es zwar keinen Krieg, denn es herrschte Friedenszeit, einige Brandenberger waren aber seinerzeit bei der KK-Armee in Böhmen stationiert, kamen irgendwann nach Jahren wieder nach Hause und wurden von den Einheimischen als Heimkehrer bezeichnet. Daraus bildete sich die Gemeinschaft der Veteranen mit dem Ziel den Heimkehrern Hilfestellung zu bieten, sie bei der Wiedereingliederung ins normale Leben zu unterstützen, auch manchmal finanziell.

Mit den beiden Weltkriegen hat dieser Veteranenverein dann tatsächlich seine Existenzberechtigung des Öfteren unter Beweis stellen müssen. Ein besonderes Novum um den Veteranenverein Brandenberg ist auch der Umstand, die Veteranenkompanie steht als einzige weitum unter Waffen- warum ? Ende des zweiten Weltkrieges, während der Tiroler Besatzungszeit durch die Franzosen, gelang es einem geschickten Verhandler aus Brandenberg beim Besatzungskommando zu erwirken, daß die Veteranen ihre alten Waffen, quasi als Requisit, welche ja ohnedies technisch kaum mehr funktionsfähig wären und daher von den alten Büchsen keinerlei Gefahr ausging, behalten dürften. Ob’s sich’s genauso abgespielt hat oder nicht, auf jeden Fall eine gute Geschichte, denn Fakt ist, daß die Brandenberger Veteranen die einzige Kompanie darstellen, welche mit Stolz unter Waffen ausrückt. (Chronik)

Tiroler Kameradschaftsbund

Der Tiroler Kameradschaftsbund zählt im Bezirksverband Kufstein in 17 Vereinen an die 2.500 Mitglieder. Dazu gehören Vereine in Alpbach, Brandenberg, Brixlegg, Ebbs-Buchberg, Erl, Kufstein, Kundl, Mariastein-Angath-Angerberg, Niederau, Niederndorf, Söll, Thiersee-Landl, Walchsee, Wildschönau, Wörgl und Wörgl-Umgebung. In den Ortsvereinen spielt vor allem die soziale Komponente eine große Rolle, dazu gehören Besuche von erkrankten, hilfsbedürftigen, und jubilierenden Kameraden, kirchliche Feiertage werden unterstützt und eingehalten, als Friedensorganisation werden die Seelensonntage mit dem Gedenken an die Vermissten und Gefallenen der Weltkriege gewissenhaft durchgeführt. Seit über 35 Jahren gibt es eine grenzüberschreitende Freundschaft mit den bayerischen Kameraden aus Neuburg-Schrobenhausen. (Chronik)

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