Kramsach: Bauprojekt mit Konflikt-Potenzial

Ein Bauprojekt im Ortsteil Fachental/Kramsach sorgt derzeit für Gesprächs-Stoff im Gemeinderat. So dicht wie möglich sollen fünf Häuser auf ein  1.170 Quadratmeter großes Grundstück gebaut werden. Das geht sich rechtlich aus, doch Nachbarn haben bedenken.

KRAMSACH Ein Bauprojekt sorgt derzeit für Diskussionen im Gemeinderat. Im Fachental möchte die Firma PlanW fünf einzelne Häuser auf eine Grundparzelle (etwa 1.171 Quadratmeter) stellen. Dieser Tagesordnungspunkt wurde im Oktober abgesetzt und auf die November-Sitzung verschoben. Schon im Vorfeld gab es dazu einige Diskussionen im Grund- und Bauausschuss der Gemeinden Kramsach.
"Mittlerweile hat man einen Weg gefunden, der gangbar scheint", denkt Bgm. Hartl Zisterer dazu. Der Bebauungsplan passe in Kramsachs Raumordnung...

Rechtlich zulässig, aber...

Einen wirklichen  Gefallen finden die Kramsacher Gemeinderäte in der Sitzung an den Projekt-Plänen nicht. "Grundsätzlich werden die Richtlinien eingehalten", sagt etwa FPÖ-Gemeinderat Andreas Gang mit "Bauchweh". Eine nur drei Meter breite Zufahrt werde es geben. Das wird eng, denken einige Gemeinderäte.
Aber wie die Schneeräumung abläuft – oder wo der geräumte Schnee hin soll, ist auf einer "Privatstraße", wenn man die Zufahrt so bezeichnen möchte,  das Problem der (Haus)besitzer. "Über Architektur kann man streiten. Ob mir persönlich dieses Projekt gefällt oder nicht, tut hier nichts zur Sache", sagt auch Mag. (FH) Andreas Rohregger von der Bürgermeister-Liste.

Probleme frühzeitig ansprechen

Die rechtliche Seite passt – von Einsprüchen der Nachbarn im Bauverfahren gehe Rohregger aus. "Wir sprechen jetzt die Probleme an, die nachher (im Bauverfahren, Anmerkung) akut sind", findet GRÜNEN-Gemeinderat Mag. Helmut Nindl.  Für ihn ist es sinnvoller, die bekannten Probleme und Kritik-Punkte jetzt anzusprechen und das Projekt nicht einfach durchwinken. Die GRÜNEN im Gemeinderat stimmten gegen die Genehmigung.
Auch GFK-GR Wolfgang Schonner und die GFK sind gegen das Projekt: "Der Bauausschuss hatte ja Bauchweh. Für mich ist das eine (Wohn)-Anlange. Man hat in dieses kleine Gründstück hineingepresst was geht!", sagt er.

Dieses Modell des geplanten Baues wurde im Kramsacher Gemeinderat gezeigt...

Mit den Stimmen der Bürgermeisterliste und der FPÖ Kramsach wurde der Bebauungsplan des Projekts genehmigt.

Anrainer melden Bedenken

Mehrere Anrainer sprechen auch in der Redaktion des ROFAN-KURIER vor. Sie sehen nicht ein, wie das Projekt genehmigt werden kann. "Offenbar sollen die Häuser einzeln verkauft werden. Der Abstand zu den Nachbarn passt zwar. Aber es ist aus unserer Sicht einfach zu wenig Platz um die Häuser."
Für die  Zufahrt müsse man zudem einige Meter gegen die aktuelle Einbahn fahren, die noch dazu eine einspurige Straße ist. Es gebe darüber hinaus keinen Umkehr-Platz am Ende der Privatstraße.
Die mangelnde Sicht bei der Ausfahrt (Schulkinder), die Müllbeseitigung, das Parken von Besuchern und Lieferanten, die Zufahrt für die Rettung... werden als weitere Probleme gesehen.

Widmann nimmt Stellung

Der ROFAN-KURIER hat auch bei Baumeister Ing. Michael Widmann (PLANW) nachgefragt. Er sagt:  "Die Widmann Bau GmbH hält die Tiroler Bauordnung in allen Belangen ein. Die Planunterlagen zum  Bauvorhaben wurden bereits vom hochbautechnischen Sachverständigen positiv begutachtet." Die Bedenken der Anrainer kennt Widmann teilweise. Es hätte auch schon Gespräche mit Nachbarn gegeben... Für ihn sind es "fünf kleine, schmucke Häuschen für Familien", die hier auf einer Bauparzelle entstehen.
"Die Grenzabstände zu den Nachbargrundstücken werden logischerweise eingehalten", sagt er. "Urspünglich war der Plan, eine Wohnanlage mit 15 Wohnungen zu bauen. Von diesem Plan bin ich abgegangen und baue Einfamilien-Häuschen", sagt er und nimmt zu den Bedenken der Anrainer Stellung:
"Die erwähnte Einbahnstraße beginnt erst bei dem landwirtschaftlichen Gebäude hinter meiner Liegenschaft." Einen Umkehrplatz brauche es nicht. Außerdem würden die "Sichtweiten im Ein- und Ausfahrtsbereich" alle eingehalten. Darüber hinaus "bekommen die fünf Häuschen 15 Parkplätze. Drei pro Haus. Die Feuerwehrzufahrt zu den Wohnhäusern ist laut Stellungnahme des Bezirksfeuerwehr-Inspektors gegeben", möchte Widmann die Bedenken zerstreuen. 


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