"Es ist 1 Minute vor 12 bei der Achenseebahn" – dieser Meinung sind BR Christoph Steiner, GR Hermann Weratschnig, MBA und LA Philip Wohlgemuth.

"Eins vor Zwölf" bei der Achenseebahn

Überparteilich stehen GR Mag. Hermann Weratschnig (GRÜNE), LA Philip Wohlgemuth (SPÖ) und BR Christoph Steiner (FPÖ) zusammen, um für den Erhalt der Achenseebahn zu kämpfen.

JENBACH "Das Zaudern von LH-Stv. Ingrid Felipe ist für mich nicht nachvollziehbar!", ärgert sich Hermann Weratschnig, MBA (GRÜNE). Der Achenseebahn wurde 2015 vom Verkehrsministerium das MIP (Mittelfristige Investitions-Programm) gestrichen und seitdem fehlt es an Geld. "Man spricht von verlustigen Beträgen von etwa 3,6 Millionen EURO", sagt Weratschnig. Nun signalisiert der Bund, dass die Achenseebahn in das MIP 2020 hineinfallen würde. Dafür braucht es aber auch eine Zusage vom Land Tirol. Die Zustimmung von LH-Stv. Felipe fehlt aber laut Weratschnig noch. (Bereits 2017 erklärte HC Strache (FPÖ): "Schwarz-grünes Politikum gefährdet Achenseebahn"). Das Land Tirol sieht die Achenseebahn offenbar "nur" als Touristen-Attraktion und somit könne die Achenseebahn nicht in das MIP hineinfallen...  

Weratschnigg: "Land soll Überprückungsmittel bereit stellen!"

"Es gibt keine einzige Regionalbahn, die notwendige Investitionen ohne die öffentliche Hand tätigen kann", erklärt Weratschnig, der als Sprecher des "Bundesverbandes für nachhaltige Mobilität" auftritt. Für ihn ist das Land Tirol nun am Zug und "gefordert, Überbrückungsmittel bereit zu stellen und an der Zukunftsperspektive (der Achenseebahn, Anmerkung) weiter zu arbeiten."

Die Achenseebahn erwarb fünf Triebwagengarnituren der Appenzeller Bahn. Mit diesen möchte Mag. Georg Fuchshuber, Achenseebahn-Vorstand, "im Taktbetrieb nach Eben."

Auch im Tiroler Landtag war die Finanzierung der Achenseebahn bereits Thema. Gemeinsam mit der FPÖ brachte die SPÖ bereits im Oktober einen "Dringlichkeits-Antrag" zur Sofort-Hilfe ein. "Mit dieser Soforthilfe (600.000,– EURO sofort und 600.000,– EURO 2019, Anm.) wäre ein fortlaufender Betrieb der Bahn sichergestellt", sagt LA Philip Wohlgemuth (SPÖ) – ihm geht es vor allem um die Erhaltung der 20 Arbeitsplätze.
Der Antrag wurde von den Regierungsparteien ausgesetzt und es wurde beschlossen, einen weiteren Bericht einzuholen – für BR Christoph Steiner (FPÖ), der mit dem Ministerium Rücksprache hielt, "eine komische Ausrede! Es gab bereits eine Expertenrunde mit Experten aus Ministerium und Land. Das Ergebnis war, dass beide Seiten gesagt haben, es ist sinnvoll, diese Bahn zu erhalten." Der Bund fordere aber ein Zukunftskonzept...
Dieses liegt bereits am Schreibtisch von Achenseebahn-Vorstand Mag. Georg Fuchshuber. Wie bereits berichtet, plant er eine Elektrifizierung der Bahn mit den bereits gekauften Triebwägen der Appenzeller Bahn.
Der "Achensee Express" soll schnell und ganzjährig fahren und so auch dem Verkehr auf der Achenseestraße entgegenwirken. In Betrieb werden die Elektro-Triebwagen gehen, "sobald die Eisenbahn-Infrastruktur erneuert ist", erklärte Fuchshuber bereits im Juni.