Der Gemeinderat nahm den Tagesordnungspunkt „Beratung und Beschlussfassung über die Erlassung von Feuerwehrzonen im Ortsgebiet“ von der Tagesordnung.

Hitzige Diskussion um Feuerwehrzonen

Der Tagesordnungspunkt sieben bei der letzten Gemeinderatssitzung in Kaltenbach sorgte für Zündstoff. Mittendrin: Vor allem Bürgermeister Gasteiger und zwei Zuhörer.

KALTENBACH Am Anfang der Gemeinderatssitzung in Kaltenbach nahm die Opposition (gemeinsam mit zwei Mandataren der BÜRGERMEISTERLISTE) den Tagesordnungspunkt sieben "Beratung und Beschlussfassung über die Erlassung von Feuerwehrzonen im Ortsgebiet" von der Tagesordnung. Der Antrag wurde von von GR Martin Sporer (NEUE LISTE KALTENBACH) eingebracht: "Weil so viele neue Gemeinderats-Mitglieder anwesend sind und mit dieser Materie sicherlich nicht so detailliert vertraut", erklärte Sporer seinen Antrag. Die Ersatzgemeinderäte wären laut Bgm. Klaus Gasteiger (SPÖ) genügend informiert worden – mit 8 zu 5 Stimmen wurde dieser Tagesordnungspunkt aber vertagt.

Punkt trotzdem besprochen

Am Ende der Sitzung brachte der Bürgermeister unter Allfälliges den Punkt trotzdem vor. Mit "demokratiepolitisch eher fragwürdig", kommentierte der Listen-Erste der "Neuen Liste Kaltenbach" Mag. Alexander Maier (ÖVP) diese Aktion. Worum es geht: Diverse Feuerwehrzonen hätten in Kaltenbach vergrößert, bzw. neu verordnet werden sollen – sehr zum Ärger von einigen betroffenen Personen. Bgm. Gasteiger betont immer wieder, handeln zu müssen.
Zwei betroffene Hoteliers waren bei der Sitzung unter den Zuhörern. Johann Kerschdorfer (Wohlfühlhotel Kerschdorfer), hofft auf eine andere Form der Kennzeichnung. Für ihn würden Tafeln genügen und "die Zeichnung am Boden müsste nicht sein". Hier gibt es schönen, frischen Asphalt. Gegen die Feuerwehrzonen an sich hat Kerschdorfer nichts. Ein Parkverbot ist in diesem Bereich sowieso schon vorhanden. "Es gibt ein verkehrstechnisches Gutachten, und dieses ist einzuhalten", sagt Gasteiger dazu.

Feuerwehrzone bei "Hochzillertal" vorerst nicht vergrößert

Eine weitere, umstrittene Feuerwehrzone ist beim Hotel Hochzillertal. Diese Zone solle auf 71 Meter vergrößert werden. Hotellierin Elke Platzer möchte diese Vergrößerung nicht. "Es gibt keinen gesetzlichen Grund, warum diese Feuerwehrzone vergrößert werden soll", erklärt sie. Wenn über den Tagesordnungspunkt positiv abgestimmt worden wäre, wäre Elke Platzer gerichtlich gegen die Gemeinde vorgegangen – "und ich bin mir sicher, dass ich gewonnen hätte", sagt sie im Gespräch mit dem ROFAN-KURIER. Ein Gutachten vom Bezirks-Feuerwehr-Inspektor bestätigt, das die Verlängerung der Feuerwehrzone nicht notwendig ist.
Ein Gutachter des Bürgermeisters hätte die Verlängerung vorgeschlagen, "weil es ein Zusammenleben ohne Regeln nicht gibt". Durch eine Verlängerung  der Zone wolle Gasteiger aber nur einen Nachbarn ruhig stellen, denkt Elke Platzer.

Privat-Fehde zwischen Bürgermeister Gasteiger und Elke Platzer?

GR Martin Sporer sieht als Motivation für die Änderung der Feuerwehr-Zone eine private Fehde zwischen Bgm. Gasteiger und der Familie Platzer. "Es geht um die öffenltiche Sicherheit und auch um die Sicherheit ihrer Hotel-Gäste. Ich habe hier als Behörde zu agieren", sagt Gasteiger zu diesem Vorwurf. Ein anderer Bürgermeister hätte gleich reagieren müssen.
Die Verlängerung der Feuerwehrzone ist nun aber mit der Vertagung des Tagesordnungspunktes vorerst vom Tisch. Der Bürgermeister wird diesen Punkt auch nicht mehr auf die Tagesordnung einer Gemeinderatssitzung setzen: "Für mich ist diese Sache gegessen", sagt Gasteiger. Die bestehenden Bescheide werden ausgeführt und sollen auch exekutiert werden...