Die SPÖ, die FPÖ und die freie Gemeinderätin Barbara Wildauer stimmten bei der Abstimmung nicht für die Umwidmung des Parkhauses.

Parkhaus Jenbach: Baubeginn 2019 angepeilt

Der nächste Schritt zum Parkhaus in Jenbach ist getan – doch die Opposition ist nicht ganz glücklich damit: Die an den Vertrag zwischen ÖBB und Eigentümer gekoppelte Umwidmung von 12.800 Quadratmetern Freiland wurde im Gemeinderat mit der knappest möglichen Mehrheit angenommen.

JENBACH In der September-Ausgabe berichtete der ROFAN-KURIER zum wiederholten Male über das Jenbacher Parkhaus. Zur Erinnerung: Für den Tausch von etwa 1.400 Quadratmeter des Eigentümer-Vertreters des Areal "Hotel Toleranz" mit den ÖBB wollte dieser als Bedingung von der Gemeinde eine Umwidmung von 12.800 Quadratmeter von Freiland in Bauland. Grob gerechnet: Tausch-Flächen im Wert von einer halben Mio. EURO für das Parkhaus für Widmungen, welche die anderen Grundstücke auf geschätzte 4 Millionen EURO aufwerten.  SPÖ und FPÖ kritisieren das scharf: Die Forderung des Eigentümers sei zu hoch. Darüber hinaus könne man so etwas nicht vertraglich zusichern, noch bevor der Gemeinderat dem Vertrag überhaupt zustimmen durfte. Unter anderem waren SPÖ-GR Daniela Heiss und FPÖ-GR Norbert Rainer gegen den Deal.
In der Oktober-Sitzung wurde die Widmung trotzdem beschlossen: SPÖ und FPÖ haben sich der Stimmen enthalten, die freie Gemeinde-Rätin Mag. Barbara Wildauer war dagegen. Mit dem Grund-Tausch sei nun auch die Chance für das Parkhaus "hoch", wie der ÖBB-Projektleiter Martin Gradnitzer verrät. Somit wäre das Parkchaos am Jenbacher Bahnhof erstmal gelöst...

Umwidmung beschlossen

Das Ergebnis der Abstimmung: Zehn Stimmen für die Umwidmung, acht Enthaltungen (FPÖ und SPÖ) und eine Gegenstimme (Barbara Wildauer). FPÖ-Gemeinderat Norbert Rainer sieht hier "Erpressung durch den Eigentümer-Vertreter" und davon, dass die Meinungsfreiheit der Mandatare eingeschränkt sei, weil es "nur die ganze Umwidmung oder kein Parkhaus" hieß.
Für die SPÖ komme das Toleranz-Areal zu früh, und die parteifreie Gemeinderätin Barbara Wildauer kritisiert, dass der Gemeinderat "mit dieser Widmung dem Eigentümer bedingungslosen Zugriff auf das ganze Gebiet" ermöglichen würde.
Vize-Bgm. Bernhard Stöhr (VP JENBACH) sieht in der Umwidmung des Toleranz-Areales eine große Chance: "Wenn wir jetzt den Rahmen für die Bebauung des Areals festlegen wollen, dann brauchen wir die Widmung. Nebenbei ist dieses Areal seit Jahren für die Widmung vorgesehen. Und so können wir die Rahmenbedingungen für die Bebauung vorgeben", erklärt der Architekt.

Jenbachs Vize-Bürgermeister Bernhard Stöhr war bei den Verhandlungen zwischen den ÖBB und dem Eigentümerverwalter des Hotel-Toleranz-Areals dabei.
Die Notwendigkeit eines Parkhauses sehen aber alle Mandatare. Jetzt braucht man noch eine eisenbahnrechtliche Genehmigung und einen Realisierungsvertrag...