Laut SP-Verkehrssprecher Philip Wohlgemuth (rechts) kommt der Rettungsanker für die Achenseebahn. Weiters am Bild (v.l): Christoph Steiner (FPÖ) und Hermann Weratschnigg (GRÜNE)

Rettungsanker für Achenseebahn

Die Zukunft der Achenseebahn ist noch nicht geklärt. Doch nun gibt es erstmal ein positives Signal für die Bahn: Die geforderte Soforthilfe vom Land Tirol soll laut SP-Verkehrssprecher Philip Wohlgemuth für ein Aufatmen bei der Bahn und den Mitarbeitern sorgen.

JENBACH - "Der Rettungsanker kommt. Die Mitarbeiter der Achenseebahn AG und die Region Achensee atmen auf", sagt Verkehrssprecher Philip Wohlgemuth von der SPÖ. Bereits Anfang Dezember warnte Wohlgemuth gemeinsam mit Hermann Weratschnigg (GRÜNE) und Bundesrat Christopher Steiner (FPÖ): "Es ist Eins vor Zwölf bei der Achenseebahn". Damals wurde ein Rettungsanker in der Höhe von 1,2 Millionen EURO vom Land gefordert, aufgeteilt auf zwei Jahre. "Mit dieser Soforthilfe wäre der laufende Betrieb der Achenseebahn gesichert", erklärte Wohlgemuth.

Das Land soll nun der Achenseebahn diese Soforthilfe zugesichert haben. Sie ist aber nach ROFAN-KURIER-Informationen an eine Aktienmehrheit der öffenltichen Hand gebunden. Dafür ist nun eine außerordentliche Hauptverammlung der Achenseebahn am Freitag, 8. Februar, einberufen worden.

Mit den 1,2 Millionen EURO würden wesentliche Instandhaltungsmaßnahmen der Bahn durchgeführt werden, sagt Mag. Georg Fuchshuber - Vorstand der Achenseebahn. 600.000,- EURO sollen etwa für Gleisreperaturen, 300.000,- EURO für Instandhaltungsmaßnahmen bei Lokomotiven und Zügen und weitere 300.000,- EURO für eine offene Gleisbauverbindlichkeit des vorherigen Vorstandes verwendet werden. "Dadurch ist der Sommerbetrieb 2019 zumindest möglich", sagt Fuchshuber.

Die Achenseebahn sei als öffentliches Verkehrsmittel für Jenbach und die Achensee-Region sowie als touristisches Angebot nicht verzichtbar, heißt es in einer Presseaussendung der SPÖ. Für den SP-Verkehrssprecher Wohlgemuth ist auch klar, dass ein langfristiges Konzept für die künftige Entwicklung der Bahn wichtig ist: "Dabei muss das Potenzial einer Elektrifizierung der Bahn einen zentralen Stellenwert einnehmen", fordert Wohlgemuth.

In acht Minuten an den Achensee

Den Plan, die Achenseebahn zu elektrifizieren verfolgt der Vorstand der Achenseebahn Mag. Georg Fuchshuber bereits seit Monaten. Seine Vision: Mit elektronischen Triebwägen soll die Achenseebahn als Achensee-Express in acht Minuten von Jenbach nach Eben am Achensee brauchen. Ganzjährig. Dafür erwarb die Achenseebahn fünf Triebwägen von den Schweizer Appenzeller Bahnen.

Für die Umsetzung dieser Pläne wäre eine Wiederaufnahme in das Mittelfristige Investitions-Programm (kurz: MIP) von Bund und Land notwendig. Die Achensebahn ist 2015 aus diesem herausgefallen. Von Seiten des Verkehrsministeriums gibt es aber bereits Signale, dass die Achenseebahn in das MIP 2020 hineinfallen würde: "Die Zusage vom Bund ist noch aufrecht", sagt FPÖ-Bundesrat Christoph Steiner auf ROFAN-KURIER-Nachfrage.
Vom Land fehlt noch eine Zusage, aber der Rettungsanker lässt laut Wohlgemuth darauf schließen, dass diese Zusage kommen könnte: "Die MIP-Mittel für die Achenseebahn sind auf jeden Fall gerechtfertigt", sagt der ÖGB-Tirol-Vorsitzende Wohlgemuth. Nun soll eine Arbeitsgruppe mit Poltikern, Experten und Personen der Achenseebahn eine Strategie zur Weiterentwicklung der Achenseebahn erstellen - an dieser Strategie hängen auch die MIP-Mittel.