Veronika Sparber (Familie Naschberger/li.) und Werner Moser (re.) mit dem Brief von Johann Naschberger und dem neuen Wegkreuz.

Zeitkapsel: Historischer Brief entdeckt!

Wer kennt sie nicht: Die Flaschenpost. Man findet eine jahrzehnte alte Nachricht, geschrieben von einer Person die womöglich schon verstorben ist. Etwas Ähnliches ist Mitte Jänner Werner Moser in Reith passiert. Bei dem Neubau eines Wegkreuzes fand er einen 75 Jahre alten Brief!

REITH i.A. Wir schreiben das Jahr 1946. Johann Naschberger aus Reith im Alpbachtal entschließt sich dazu, die schwierige Lage in seiner Gemeinde und im Land nach Ende des II. Weltkrieges in einem Brief für die Nachwelt festzuhalten. Rund 75 Jahre später findet diesen Brief Werner Moser: Und zwar in einem Weg-Kreuz, das neu gebaut werden soll. Während des Neubaus entdeckte Werner Moser darin einen Brief, den er schließlich der Familie Naschberger brachte. Diese musste mit Staunen feststellen, dass es sich beim Verfasser um ein verstorbenes Familienmitglied handelt.

Wunsch nach besseren Zeiten

"Diese Zeilen haben den Zweck, der Nachwelt etwas zu erzählen, von den schrecklichen Zeiten, die wir erleben mussten." Mit diesen Worten beginnt Johann Naschberger seine Botschaft. In seinem vierseitigen Brief vom 17. Februar 1946 schreibt er über den Ersten und Zweiten Weltkrieg, seine Erlebnisse an der russischen Front und dem Leben unter dem Nazi-Regime. Am Ende des Briefes schreibt Naschberger über die Geschichte des Wegkreuzes: "Das Wegkreuz habe ich über den Winter 1945/46 vollständig neu hergestellt. Das Bisherige wurde im Jahr 1874 gemacht." Mit den Worten: "Wenn diese Schrift zum Vorschein kommt, dann wird von mir nichts mehr übrig sein. Es wäre mein Wunsch, dass die Nachwelt bessere Zeiten erleben möge", beendete Johann Naschberger seinen Brief.


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