Im August jährte sich die Hochwasserkatastrophe in Wörgl bereits zum 20. Mal.Land Tirol
Hochwasser: Nur leere Worte statt Taten?
Seit der Hochwasser-Katastrophe vom 23. August 2005 kämpft die "Hochwasser-Initiative-Wörgl" für echten Hochwasserschutz. Anlässlich des "schwarzen Jubiläums" kritisierte sie die Politik: Diese erwecke nur den Eindruck, dass "eh alles läuft" – tatsächlich habe sich aber wenig getan.
WÖRGL Erst im Juli erhielten Haushalte im Unteren Unterinntal Broschüren zum Hochwasserschutzprojekt der Region. Darin sprach der Wasserverband Unteres Unterinntal von einem Meilenstein: Der Verein reichte das Projekt beim zuständigen Bundesministerium ein. Ein Schritt, der jedoch für viele zu spät kommt.
Initiative fordert tatsächliches Handeln
Um im Namen der von der Hochwasser-Katastrophe vor 20 Jahren betroffenen Einwohner bei Bund, Land und Gemeinden vorstellig zu werden, wurde die "Bürgerinitiative-Hochwasserschutz-Wörgl" ins Leben gerufen. In einem Schreiben zieht die Initiative jedoch zwei Jahrzehnte später eine ernüchternde Bilanz: Noch immer existieren weder Damm noch Rückhaltebecken. Stattdessen wurden für viele 100.000,– EURO Steuergeld für von einer privaten Agentur begleiteten Sitzungen, Variante-Pläne, Broschüren, Ankündigungen sowie Presse-Konferenzen ausgegeben. Daher verweisen Helmut Track und Gerhard Unterberger, stellvertretend für die Betroffenen, auf ihr eigenes Engagement: Über 470 Termine mit politischen Entscheidungsträgern, mehr als 4.000 gesammelte Unterschriften, die Veröffentlichung von Gefahrenzonenplänen sowie die Erarbeitung realisierbarer Schutzmaßnahmen inklusive Finanzierungsvorschlägen. All dies sei jedoch von der Politik ignoriert oder verschoben worden. In einer Chronologie erinnert die Initiative an gebrochene Zusagen: 2006 ein "umfassendes Schutzpaket", 2010 die Finanzierung „binnen Jahresfrist“, 2013 ein Landtagsbeschluss, 2015 ein angekündigter Baubeginn "spätestens 2017". Passiert sei bis heute nichts.
Gleichzeitig genehmigten die Behörden Bauprojekte entlang der Inntalautobahn – ohne die gesetzlich vorgeschriebene Neubewertung der Gefahrenzonen. Die Initiative möchte eine sofortige Neubewertung, die Umsetzung der geplanten Schutzmaßnahmen, einen verbindlichen Zeitplan sowie regelmäßige Fortschrittsberichte.









