Wer den „Löwenteich“ mit Ausblick auf Schloss Matzen sorgenfrei genießen möchte, sollte das Informationsblatt der Gemeinde gründlich durchlesen.Alpbachtal Tourismus

Aufreger: Wer parken will, kann nur „wischen“

Schöner Park: Ja. Parkautomat: Nein. Seit kurzem ist der Parkplatz beim Matzen-Park gebührenpflichtig. Bezahlen geht aber laut ROKU-Lesern offenbar nur per Handy-App! Diskriminierend für alle, die das nicht wollen.

REITH I. A. Der Matzen-Park dient mit seinem "Löwenteich" und dem Blick auf Schloss Matzen südwestlich von Brixlegg als beliebtes Naherholungs-Gebiet. Der Parkplatz dort ist seit kurzem jedoch gebührenpflichtig. Jede begonnene halbe Stunde kostet 50 CENT. Die Maximalgebühr liegt bei 6,– EURO. Grund für diese Entscheidung sind laut Bgm. Ing. Thomas Gschösser (TTG) die Zahlungen der Gemeinden Brixlegg und Reith, die geleistet werden müssen, damit der Park öffentlich zugänglich bleibt. Somit habe man zumindest eine kleine Einnahmequelle. Wohl legitim. Was ROKU-Leser aber aufregt: Beim Parken werden alle diskriminiert, die diese App ablehnen oder sich einfach nicht auskennen...

"Im Sinne der Nachhaltigkeit"

Dass hier alles nur noch über die App "Parkster" funktioniert, darüber informiert die Gemeinde per Hinweistafel unter der Wegbeschreibung. Begründet  wird die Entscheidung mit "Nachhaltigkeits- und Digitalisierung".

Die Hinweistafel der Gemeinde zum reinen Online-Parken.

Bgm. versteht Kritik nicht ganz

Diese Entscheidung stößt allerdings auf Kritik. Dabei richtet sich diese aber gar nicht gegen die Einführung einer Parkgebühr, sondern hauptsächlich gegen die rein digitale Variante der Parktickets. Dazu der Bürgermeister: "Hier geht es meines Erachtens hauptsächlich um das `Wollen´. Erst vor kurzem erhielt ich eine Kritik per E-Mail von einer älteren Person. Am Ende der Nachricht stand `gesendet von meinem iPhone´...“ Doch ob man eine Nachricht versenden möchte oder zum Download einer Software genötigt wird, sind wohl zwei paar Schuhe... Zur Kritik der rein digitalen Variante meinte Gschösser aber, dass die Gemeinde wahrscheinlich noch einen Parkautomat errichtet.

3/4 aller Österreicher wollen bar zahlen!

Dass die österreichische Bevölkerung bevorzugt mit Bargeld bezahlt, geht aus einer Studie der Beratungsgesellschaft "Bearing Point" hervor: Und zwar über 73 Prozent aller Befragten! Darüber hinaus zeigt eine Analyse der Statistik Austria zum Jahreswechsel, dass „nur“ 65 Prozent der Österreicher digital fit sind. Damit hinkt man Ländern wie den Niederlanden (83 Prozent) und Finnland (82 Prozent) weit hinterher.

Parken per App

Wer trotz fehlenden Parkautomaten am Parkplatz steht und nicht lange im App-Store nach der Anwendung suchen möchte, kann einfach den QR-Code auf dem Informationsblatt der Gemeinde scannen. Schon steht Parkster zum Download bereit: In die App einsteigen und die Zonenkennzahl der Hinweistafel eingeben. Daraufhin müssen nur noch die Dauer des Aufenthalts und das Kennzeichen des Autos für die Kontrolleure eingegeben werden. Löst man das Ticket per „Express-Zahlung“, muss dieses nicht nur per Karte gezahlt werden, sondern es fällt auch eine Bearbeitungsgebühr von 50 CENT pro gelöstem Ticket an. Wer sich jedoch zwei Minuten Zeit nimmt und ein Konto einrichtet, für den entfällt nicht nur die Bearbeitungsgebühr, sondern er kann das Ticket auch per Rechnung bezahlen. Auf Wunsch wird diese per Post oder E-Mail zugeschickt.


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