Rattenberg ist ein beschauliches, mittelalterliches Städtchen. Finanziell brodelt es jedoch unter der Oberfläche.Huss
Rattenberg: Rücklagen schwinden rapide
Die kleinste Stadt Österreichs gerät zunehmend unter finanziellen Druck: Damit Einnahmen und Ausgaben auf dem Papier gleich hoch sind, muss die Stadtgemeinde Rattenberg fast jedes Jahr Familiensilber verkaufen, offenbar auf Anweisung! Wie lange geht das gut?
RATTENBERG Das Land Tirol verlangt von den Gemeinden, dass sie alljährlich ein ausgeglichenes Budget vorlegen. „Im Prinzip ist das in Rattenberg nur durch das Auflösen der Rücklagen möglich“, beschreibt der Rattenberger Bgm. Bernhard Freiberger (BM LISTE) seine Situation. Tatsächlich denken die Stadtväter darüber nach, ein Holzbezugsrecht zu veräußern, um das drohende Defizit für 2026 abzufangen. Ein Jahr zuvor wurde ein Grundstück verkauft, das als Rücklage vorgesehen war. „Der Verkauf mehrerer Grundstücke und Häuser begann schon vor meiner Amtszeit“, bestätigt Freiberger. Nur: „... eines Tages gibt es nichts mehr zu verkaufen. Was machen wir dann?“, fragt er. Die Ausgaben seien gestiegen – man habe kaum Kommunaleinnahmen. „Die Parkplätze bedeuten gutes Geld“, sagt das Stadtoberhaupt. Doch die Einnahmen durch Kommunalsteuern decken die Ausgaben nicht. „Der größte Kommunalsteuerzahler ist ein Betrieb mit 20 Angestellten“, präzisiert Freiberger.
Land will unterstützen
Die Reaktion der Landespolitik fällt verhalten aus. In einer schriftlichen Stellungnahme heißt es: „Das Land Tirol und die Tiroler Gemeinden sind enge Partner, um gemeinsam eine bestmögliche Lebensqualität für die Bürger zu gewährleisten.“ Die Fachleute der Gemeindeaufsicht stünden den Gemeinden beratend zur Seite – etwa bei Fragen zu einer effizienteren Verwaltung – und beobachteten die finanzielle Entwicklung genau. In diesem Sinne unterstütze das Land Tirol auch die Stadtgemeinde Rattenberg bestmöglich.




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