Tschernobyl: Böden in Tirol noch immer belastet

Viele Österreicherinnen und Österreicher waren noch Kinder, als es am Samstag, 26. April 1986, in Tschernobyl zum nuklearen Supergau kommt! Heute, 35 Jahre später, belastet die Katastrophe noch immer Böden in Tirol. 1.000 km Abstand waren nicht genug...

UKRAINE/TIROL Das Unglück von Tschernobyl nahm seinen Ausgang in einer "Sicherheits-Simulation", in der Anatoli Djatlow, stellvertretender Chefingenieur von Tschernobyl, den totalen Stromausfall im Reaktorblock 4 simuliert hatte.
Die darauf folgende Atom-Katastrophe war eine der schlimmsten, die es bisher weltweit gab. Das totale Versagen aller Sicherheits-Einrichtungen. Kernschmelze.

Millionen Opfer

Radioaktiver Fallout ging in den Tagen nach der Katastrophe in der UdSSR und in ganz Europa nieder. 4.000 Menschen sollen an den Folgen der Reaktor-Katastrophe verstorben sein. Bezieht man frühzeitige Todesfälle durch radioaktive Belastung mit ein, waren es vermutlich mehrere 100.000. Millionen Menschen weltweit leiden heute noch an den direkten Folgen der Tschernobyl-Katastrophe. Bekannt sind in Österreich etwa Funktionsstörungen der Schilddrüse, vor allem bei Erwachsenen, die 1986 noch Kinder waren.

Der Reaktorblock 4 von Tschernobyl.  © Arne Müseler

Eierschwammerl belastet

Eierschwammerl aus bestimmten Regionen in Österreich sind heute, 35 Jahre nach Tschernobyl, noch immer radioaktiv belastet. Betroffen sind jene Regionen, in denen es nach der Reaktor-Katastrophe viel geregnet hat. 1.000 km vom Unglücksort entfernt regnete es auch in Tirol radioaktiven Fallout. Betroffen sind die Regionen an der steirisch-oberösterreichischen Grenze, die Region um Deutschlandsberg, ein Teil von Niederösterreich im Waldviertel. In Tirol ist der Bereich um den "Schwarzen Kopf" bei Gerlos im Zillertal am stärksten betroffen.

Bei kürzlich von Global 2000 durchgeführten Tests erreichte eine Eierschwammerl-Probe aus Spital am Phyrn mit 7.563 Becquerel noch immer das 12-fache des in der EU erlaubten Grenzwertes. Global 2000 fordert nun, der GRÜNE Umweltminister solle endlich den Menschen öffentlich „reinen Wein“ zur radioaktiven Belastungs-Situation in Tirol einschenken und rät Bürgern, jede radioaktive Belastung nach Möglichkeit zu vermeiden.

Autor: Mag. Christian Mück, Rechte: MP MEDIA & POWER GmbH - ROFAN-KURIER


Weitere Infos:
https://secure.umweltbundesamt.at/webgis-portal/caesium/map.xhtml

https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Strahlenschutz/Lebensmittelueberwachung/Radioaktivit%C3%A4t-in-Wildpilzen-und-Wildfleisch-aus-%C3%96sterreich.html


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