Der Inn kann auch anders (Bild). Hochwasser-Schutz ist ein wichtiges Thema. Doch WIE dieser umgesetzt wird, darüber scheiden sich die Geister...

Hochwasser-Schutz „nicht zeitgemäß“

Vor fast 20 Jahren gab es die ersten Überlegungen zum Hochwasser-Schutzprojekt für Tirol, an dem aktuell noch immer nicht gebaut wird. Im Unterland ist unter anderem Bgm. Josef Auer (Radfeld) ein Kritiker. Jetzt möchte auch eine Bürger-Bewegung das Projekt verhindern...

TIROL/UNTERLAND Seit über einem Jahrzehnt sorgt das Hochwasser-Schutzprojekt des Landes Tirol für Streit und Diskussionen. Grundstücks-Besitzer sind verärgert, Bauern sollen ihre besten Felder als Flutungs-Flächen zur Verfügung stellen und die Kosten sind astronomisch.

Bürger-Bewegung sagt "nicht mehr zeitgemäß"

Jetzt formiert sich auch eine kleine Bürger-Bewegung um den pensionierten Unternehmer Sepp Kreidl. In einer Aussendung heißt es sinngemäß, die zu Beginn der Planungen angenommenen Voraussetzungen treffen nicht mehr zu. Die Bewegung schlägt vor, das Wasser nicht durch milliarden-schwere Baumaßnahmen (unter anderem Erhöhung der Autobahn-Brücke Kramsach...) und faktische Enteignungen von Fel-dern zu kontrollieren, sondern wie früher die Inn-Sohle tiefer zu legen, was bei vielen anderen Flüssen in Europa bereits funktionieren würde.

Der ROFAN-KURIER hat nachgefragt: Tatsächlich konnten früher Baufirmen oder auch öffentliche Bauherren Geschiebe und Schotter aus dem Inn verwenden. Sie hatten damit günstiges Baumaterial zur Verfügung... In den 50er- und 60er-Jahren war beispielsweise in etlichen Orten in Tirol noch ein Schwimmbagger im Einsatz, so auch in Brixlegg. Laufend wurde Material aus dem Inn geholt und für örtliche Bauvorhaben günstig abgegeben. Dadurch hatte auch mehr Wasser im Flussbett Platz. Mehrere Bürgermeister sehen das aktuelle Hochwasser-Projekt kritisch. Vermutet wird aber auch, dass die Geschiebe-Entnahme  in Tirol aufgrund des Einflusses einiger "Stein-Barone" deutlich eingeschränkt wurde, weil die lieber ihr eigenes Material für gutes Geld verkaufen.

Ob eine Absenkung der Inn-Sohle als Hochwasser-Schutz ausreichend wäre, müsste geprüft werden. Fakt ist: Diese Maßnahme wäre weit günstiger, als die aktuell geplanten Verbauungen. Die Politik könnte diese Überlegungen zumindest prüfen und eventuell ins Konzept einfließen lassen.


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