Reinhard Lentsch und Sarah Margreiter von der Sparkasse Rattenberg bei den hauseigenen Schließfächern.

Bank-Schließfach: Was passiert in der Krise?

Das extremste Szenario bei einer Finanz-Krise: Die Banken machen dicht! Was passiert dann eigentlich mit den "sicheren" Bank-Schließfächern? Dürfen Schließfach-Kunden da ran?

ÖSTERREICH Die Hintergründe für eine Krise können vielfältig sein. So lange eine Bank regulär geöffnet hat, kann jeder Kunde auch zu seinem Schließfach.
Die Österreichische Nationalbank und/oder die Finanzmarkt-Aufsicht wären aber im Falle einer Krise berechtigt, der Bank das Öffnen zu untersagen. Siehe Beispiel Griechenland. Was passiert dann mit den Schließfächern?
Der ROFAN-KURIER hat nachgefragt. Unter anderem bei Dir. Friedl Anrain von der Sparkasse Rattenberg. Er sagt dazu: "Wir wissen nicht, wie eine derartige Verordnung aussehen könnte. Fakt ist jedoch: Das Schließfach ist komplett getrennt vom Giro-Konto oder vom Sparbuch. Niemand von der Bank weiß, was dort eingelagert ist. Es könnten wichtige Dokumente sein. Der Kunde hat ja ein Recht, zu seinen Dokumenten oder persönlichen Eigentümern zu gelangen. Ich denke nicht, dass das jemand staatlich verbieten wird können."

Seitens eines anderen Banken-Experten, der nicht genannt werden will, heißt es dazu: "Zunächst ist festzuhalten: Eine Bankenschließung würde nicht über Nacht passieren. Eine derartige Krise baut sich gewöhnlich über Monate auf. Ob man Schließfach-Kunden bei einer verordneten Banken-Schließung aber Zugang gewähren dürfte, ist fraglich..."

Staatlicher Zugriff?

Geld-Konten sind für den Staat einsehbar: Sie werden im Konten-Register aufgenommen. Kein österreichisches Konto oder Depot ist für den Staat geheim... Wie ist das aber mit Schließfächern? Dir. Friedl Anrain dazu: "Die Schließfächer werden zumindest nicht im Konten-Register geführt..." Im Erb-Fall wird das Schließfach gesperrt: Nur mit dem Notar, der das Erbe verwaltet, kann dann geöffnet werden, falls das Schließfach nur auf einen Inhaber gelautet hat. 

Schließfächer mehrfach sicher

Bei den meisten Banken sind die Schließfächer mehrfach gesichert: Es gibt meist einen Tresor-Raum, in dem sich die Schließfächer befinden. Einen Schlüssel für die Fächer hat die Bank, einen Schlüssel hat der Kunde. Nur gemeinsam kann geöffnet werden. Für das Betrachten und Entnehmen ist der Kunde allein im Raum...

Kosten/Versicherung

Schließfächer bei regionalen Banken kosten meist zwischen 30,- und 150,- EURO pro Jahr (je nach Größe). Der Inhalt ist meist bis 5.000,- EURO Wert versichert. Sollten höhere Werte verwahrt werden, sollte der Kunde einen zusätzlichen Versicherungsschutz abschließen.