Vergleich der alters-standardisierten Sterberaten verschiedener Jahre von 2010 bis 2020. Die steigende Lebenserwartung ist hier nicht berücksichtigt. Quelle: www.statistik.at/ atlas/sterbefaelle

Sterberate: Die Fakten zum Anstieg 2020

In der Diskussion um CORONA und Lock-Downs geht es auch um Zahlen. 2020 lagen die Sterbezahlen über dem Durchschnitt. Blieb der Anstieg wegen der Maßnahmen der Regierung im Rahmen oder wird bei CORONA überreagiert? Hier eine Analyse der Zahlen...

ÖSTERREICH/TIROL Laut Statistik Austria gab es 2020 in Österreich mehr Tote zu beklagen als im Vergleichszeitraum 2015 bis 2019. Werden allerdings die Sterbezahlen um die Altersstruktur (Überalterung) und das Bevölkerungswachstum (2015 auf 2016 +94.000, danach pro Jahr etwa +40.000) bereinigt, stellt sich der Anstieg weniger drastisch dar.
Im Vorjahr verstarben 90.123 Menschen. Davon 6.300 (oder 6,9 Prozent) "mit oder an" COVID19. Der Hinweis "mit oder an" wird jedoch nicht in allen Berichten erwähnt. Im Vergleich zu 2019 war dies eine Steigerung von etwa 8,2%, wobei ein deutlicher Anstieg Ende 2020 verzeichnet wurde.

Steigerung von 2019 auf 2020 etwa 8,2 Prozent

Zuletzt informierte die Bundesregierung, es habe eine Steigerung von 11% bei den Todesfällen gegeben - und zwar im Vergleich des 5-Jahres-Schnitts mit 2020. Ganz aussagekräftig ist dies jedoch nicht: Dieser Vergleich berücksichtigt weder das Bevölkerungs-Wachstum, noch die Überalterung. Vergleicht man z.B. 2019 mit 2020, gab es eine Steigerung von 8,3 %. Zieht man hier jene Fälle ab (etwa 400 bis 500), die auf das Bevölkerungs-Wachstum entfallen, läge die Steigerung zum Vorjahr bei etwa 7,5%.

Wie Statistiker mitteilen, wird die Sterberate in westlichen Ländern jedoch generell steigen, weil die Gesellschaft überaltert. Die Zahl der Sterbefälle unterliegt zudem saisonalen Schwankungen (Hitzewellen, Grippe...).
Laut Statistik Austria verstarben in Österreich 2017 etwa 83.200 Menschen, 2018 etwa 84.000, 2019 dann 83.400. Im Jahr 2020 waren es 90.123. Ende 2020 ein deutlicher Anstieg: Vor allem Menschen über 65 verstarben häufiger. Höhepunkt war Woche 49 mit 2.260 Todesfällen über 65 Jahren (Vorjahre ca. 1.300). Auskunft über die Gesamtsituation gibt unter anderem die "alters-standartisierte Sterberate".

Länder wie der Iran haben seit etwa 20 Jahren eine niedrigere Sterblichkeits-Rate, als Österreich. Hinweis: Bei Indexmundi sind die Steigerungen von Ende 2020 noch nicht gänzlich eingerechnet. Quelle: indexmundi.com

Bei der "alters-standardisierten Sterberate" wird erhoben, wie viele Sterbefälle es pro 100.000 Einwohner gab, unter Annahme, die Bevölkerung entspricht der Alters-Struktur des europäischen Durchschnitts. Das ist etwas vereinfacht erklärt, trifft es aber relativ gut. Während diese Zahl die Bevölkerungs-Zunahme und Überalterung einbezieht, wird eine eventuell gesteigerte Lebenserwartung hier nicht berücksichtigt. Die Lebenserwartung steigt in Österreich alle 5 Jahre zwischen 1 und  2 Jahre.

Nur Teil der Ende 2020 Verstorbenen hatte CORONA

Die Statistik zeigt: Ende 2020 starben Woche für Woche vor allem Menschen über 65. In manchen Wochen waren fast 90 Prozent der Verstorbenen über 65 Jahre alt. Die Annahme, sie alle seien an COVID 19 gestorben, ist jedoch falsch:

Im ganzen Jahr 2020 starben in Summe etwa 6.300 Menschen "mit oder an" COVID. Allein in den letzten zehn Wochen des Jahres 2020 verstarben jedoch 24.200 Menschen, vor allem Senioren. CORONA allein erklärt also bei weitem nicht den deutlichen Anstieg der Senioren-Sterblichkeit Ende 2020...

Interessante Statistiken zu diesem und anderen Themen bieten auch Internet-Seiten wie "Indexmundi". Laut Indexmundi lag die Sterberate in Österreich in den 80er-Jahren noch bei etwa zwölf (Erklärung: Zwölf Personen pro 1.000 Einwohnern sterben pro Jahr), von 2000 bis 2020 lag sie stets zwischen 9,1 und knapp 10 Personen. Eine leichte Steigerung zeichnet sich seit Jahren durch die zunehmende Überalterung der Bevölkerung ab. Länder wie der Iran oder der Irak und auch andere Staaten, die eigentlich als "Krisenherde" gelten, verzeichnen laut Indexmundi (siehe Link unten) weit geringere Sterberaten.
Weitere Statistiken, Grafiken und Zahlen finden Interessierte z.B. bei der Statistik Austria. Zum Beispiel unter "Statistiken" und "Bevölkerung".

Tools der Statistik Austria

Link zur Plattform "Indexmundi"


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