In ihrem ersten Rennen mit dem neuen Ausrüster, Atomic, erreichte Ricarda Haaser den 28. Platz. „Ich weiß aber, dass ich besser Skifahren kann, als ich es in Sölden gezeigt habe“, sagt Haaser im ROFAN-KURIER-Interview.ATOMIC Austria GmbH / Thomas Bachun

Ricarda Haaser: "Sölden ist bereits abgehakt"

Mit dem 28. Platz enttäuschte die Achentaler Skifahrerin Ricarda Haaser beim ersten Saison-Riesentorlauf in Sölden. Dass die Fast-Allrounderin (fährt alles, außer Slalom) besser als dieses Resultat ist, beteuerte sie im ROFAN-KURIER-Interview.

TIROL/COOPER Der 27. November 2015 wird ihr noch lange in Erinnerung bleiben. Ricarda Haaser erreichte beim Riesentorlauf in Aspen (USA) den 24. Platz – ihre ersten Weltcup-Punkte. Vier Jahre später ist sie aus dem ÖSV-Damenteam nicht mehr wegzudenken. In ihren vier bisherigen Weltcup-Saisonen fuhr die 26-jährige Achentalerin 15 Mal unter die besten Zehn.
Heuer will sie vor allem mehr Konstanz zeigen. Der ROFAN-KURIER hat Ricarada Haaser beim Training in Cooper (USA) erreicht und sprach mit ihr über die noch junge Saison:

ROFAN-KURIER: "Beim Saison-Auftakt in Sölden wurdest du 28. Wie kannst du dir den doch eher enttäuschenden Saisonstart erklären?"
Ricarda HAASER: "Sölden lief nicht nach Wunsch. Ich weiß aber, dass ich auf einem sehr guten Weg bin und besser Skifahren kann als ich es in Sölden gezeigt habe. Das ist für mich bereits abgehakt und ich richte meinen Blick in Richtung Killington und die darauffolgenden Rennen."

ROKU: "Franziska Gritsch wurde als beste Österreicherin Siebente, mit einer Sekunde Rückstand auf das Podest. Können die österreichischen Damen heuer im Riesentorlauf überhaupt um die Podestplätze mitfahren?"
HAASER: "Ich denke schon, man darf den Glauben nicht aufgeben. Dafür fahren wir ja schlussendlich Ski-Rennen. Und wenn irgendjemanden von uns zwei Topläufe gelingen denke ich schon, dass Podestplätze möglich sind. Teilweise waren schon sehr gute Teilzeiten dabei. Darauf muss man aufbauen und schauen, dass man das in zwei Läufen ins Ziel bringt."

"Konstanz in Rennen zeigen"

ROKU: "Welche Ziele hast du dir für heuer gesteckt?"
HAASER: "Ich will einfach die Konstanz bei den Rennen auch zeigen. Auch wenn mir das im ersten Rennen nicht gelungen ist. Ich weiß, dass ich mich über den Sommer sehr verbessern konnte und glaube schon, dass ich das auch heuer noch zeigen kann."

ROKU: "Du hast heuer den Ausrüster gewechselt – von Fischer zu Atomic. Wie fährt es sich mit dem neuen Ski?"
HAASER: "Ich bin mit der neuen Marke sehr zufrieden. Es funktioniert in allen Disziplinen sehr gut. Ich habe eine breite Palette an Skiern für alle Bedingungen. Natürlich ist es dann wieder schwierig, dass man den Richtigen herausfiltert. Ich habe auch ein sehr gutes Team um mich herum, das mir da weiterhilft."

"Fast-Heimrennen" Garmisch Partenkirchen

ROKU: "Auf welche Rennen freust du dich heuer besonders?"
HAASER: "In Garmisch-Partenkirchen fahre ich besonders gerne. Es ist nicht weit von zu Hause entfernt und so fast ein Heimrennen für mich. Auch die Abfahrtsstrecke 'taugt' mir recht gut und ich freue mich immer besonders auf dieses Rennen."

Ricarda Haaser richtet den Blick auf die kommenden Rennen. © ATOMIC Austria GmbH / Jasmin Walter

ROKU: "Insgesamt stehen heuer 42 Rennen für euch Damen am Weltcup-Kalender. Zu viele?"
HAASER: "Das kommt auf die Sichtweise an. Wenn man, wie ich, mit Riesentorlauf, Super-G und Abfahrt in drei Disziplinen fährt, werden das schon sehr viele Rennen. Es ist ja leider fast nicht mehr möglich, dass man das ganze Programm von Slalom bis Abfahrt abspult, weil ja die Paralellrennen auch noch hinzukommen. Die Regenerationsphasen kommen recht kurz, aber da muss jeder für sich selbst schauen und einteilen, dass man die Rennen fährt, von denen man glaubt, dass man hier das meiste herausholen kann..."

ROKU: "Die Alpine Kombination steht auch öfters in der Kritik. Kürzlich wurde ja das Format angepasst. Die Top 30 starten nicht mehr in umgedrehter Reihenfolge. Die Schnellste beim Speed-Rennen startet mit Nummer Eins im Slalom. Wie findest du das?"
HAASER: "Natürlich weiß man noch nicht, wie das ausgeht. Aber wenn man sich die WM in Aare in Erinnerung ruft, dann hat man gesehen, dass die Speedfahrer bei stark belasteter Piste doch ein wenig benachteiligt sind. Sie habenmit den schlechteren Pisten und den Wannen noch mehr zu kämpfen als Slalom-Fahrer. Vielleicht gelingt es dadurch, dass man den reinen Abfahrern hier einen Vorteil verschafft und sie so eine bessere Chance auf den Sieg in der Superkombi haben."

ROKU: "Vielen Dank für das Gespräch"


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