Sepp Kreidl äußert sich zum Thema "Wolf und Bär auf den Almen".pixabay.com

Thema Wolf und Bär auf unseren Almen

Eines ist für uns in Tirol aber von größter Wichtigkeit – nämlich die Beweidung unseres Hochgebirges und zwar dort, wo sich Kuh, Kalb und Pferd eher nicht mehr aufhalten. Wenn man nur ein bisschen nachdenkt, gibt es viele Gründe für die Beweidung jener Gebiete, welche nur für Schaf und Ziege erreichbar sind. Auch stellt sich die Frage, warum man auffällige Beutegreifer notfalls nicht entnehmen soll. Um auch zukünftig diese Jahrhunderte alte Hochgebirgspflege aufrecht zu erhalten, gibt es meiner Meinung nur eine brauchbare Lösung und zwar: "Hirten mit Hirtenhund". Voraussetzung dieser Lösung: Beste Bezahlung des Hirten wegen der hohen Qualitätsanforderungen – fast ähnlich wie bei einem Regierungsmitglied. Man bedenke, dass der Hirte höchsten Belastungen ausgesetzt ist:
• Er braucht beste Kenntnisse und Einfühlungsvermögen für Schaf und Hirtenhund.
• Kondition und ausgeprägte Bergsteigerkenntnisse.
• Ausgezeichneter Gesundheitszustand, Resistenz gegen Kälte und Nässe.
• Mentale Stärke (Gewitter, Schneefall, Übernachtung im Freien).
• Wetterkenntnisse zum Schutz der Herde.
Im Vergleich haften Regierungsmitglieder weder für Fehlentscheidungen, noch für unnütze Geldausgaben. Das Aufbringen des jeweiligen Hirtenlohns sollte  da kein Problem sein, denn ohne lang nachzudenken, profitieren mindestens acht Gruppen vom Hirten-Wesen:
– Der Tourismus – weil die alpine Landschaftspflege eine der Grundvoraussetzungen für einen funktionierenden Tourismus ist.
– Der Schafbesitzer. Er hat je Weidetier einen erschwinglichen Betrag zu leisten.
– Der jeweilige Schafverein. Er könnte ebenfalls daran interessiert sein und kann den jährlichen Vereinsbeitrag entsprechend erhöhen.    
– Der Alpenverein kann ebenfalls den Mitgliedsbeitrag erhöhen, weil es ja sein vorrangiges Ziel ist, unsere herrliche Gebirgslandschaft zu erhalten.
– Der Tierschutzverein – ihm ist es ein großes Anliegen, dass Bär und Wolf bei uns eine Bleibe erhalten.
– Tiroler Jägerverband auch vom Wildbestand wird sich gerade zur kalten Jahreszeit Wolf und Bär seine Verpflegung holen.
– Weide und Tierversicherung würde sich wesentlich reduzieren.
– Und allen voran ... unser Staat.                   
          
Sepp Kreidl, Kramsach


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