In Kramsach verläuft die 110 kV-Leitung der TINETZ/TIWAG im Nahbereich von mehr Häusern als in den meisten anderen Gemeinden.

110 kV-Leitung: Entlastung vermutlich in 2021

Schon zwei Mal hat die TINETZ den zugesagten Termin für eine Verlegung der 110 kV-Leitung aus dem Siedlungs-Gebiet verschoben. Erst hieß es "2017", dann "2019", zuletzt "2021". Der aktuelle Zeitplan soll nun aber eingehalten werden, wenn...

KRAMSACH/BREITENBACH Die Starkstrom-Leitung der TIWAG/TINETZ 110 kV verläuft in Kramsach im direkten Nah-Bereich von (Schätzung) 1.500 Bürgern, teilweise sogar über den Gebäude-Dächern!

Sie hängt über der Volksschule und führt direkt am Altersheim vorbei oder verläuft über einem Kinder-Spielplatz. Auch in Breitenbach sind zahlreiche Gebäude betroffen. Der Umwelt-Mediziner der Salzburger Landesregierung, Dr. Gerd Oberfeld, sagte zuletzt in einem ROFAN-KURIER-Interview, die hier emittierten elektro-magnetischen Felder überschreiten teilweise das 15- bis 20-fache dessen, was von vielen Ärzten als "vertretbar" eingestuft wird. Nicht zuletzt aufgrund von Gesprächen mit Dr. Oberfeld und Dr. Michael Kundi von der Universität Wien ist der ROFAN-KURIER seit über einem Jahrzehnt aktiv, um eine Verlegung der Leitung aus dem Siedlungs-Gebiet heraus zu forcieren.

Abschnitt Kirchbichl in Arbeit

Der ROFAN-KURIER hat TINETZ-Geschäftsführer DI Thomas Rieder um Auskunft zum Stand der Dinge ersucht.

ROKU: "Wie gehen die Arbeiten im Abschnitt Kirchbichl voran?"
RIEDER: "Betreffend dem ersten Bauabschnitt (im Wesentlichen der Bereich Kirchbichl bis Angerberg) konnte der Leitungsbau im Vorjahr größtenteils umgesetzt werden, die verbliebenen Arbeiten (restliche  Seilzugs- u. Demontagearbeiten)  werden im Frühjahr 2019 abgeschlossen."

ROKU: "Wie ist der Fortschritt im Bereich der Gemeinde Breitenbach?"
RIEDER: "Beim zweiten Genehmigungs-Abschnitt (im Wesentlichen Gemeinde Breitenbach) wurde gegen den starkstrom-wegerechtlichen  Genehmigungsbescheid vom 3. April 2018 Beschwerde erhoben. Das nächst-instanzliche Verfahren am Landesverwaltungsgericht Tirol ist im Laufen. Sobald alle relevanten Genehmigungsbescheide rechtsgültig vorliegen, werden wir die Umsetzung unverzüglich starten."

ROKU: "Wie steht es um den Abschnitt Kramsach?"
RIEDER: "Die Einreichunterlagen zum dritten Bauabschnitt wurden wie geplant fertiggestellt. Die Einreichung bei der Behörde hat sich aber im Zusammenhang mit dem angefochtenen Bescheid aus dem zweiten Bauabschnitt verzögert. Dennoch gehen wir im aktuellen Zeitplan von einem Baubeginn zum Bauabschnitt 2 (Breitenbach) noch im heurigen Jahr 2019 und beim Bauabschnitt 3 (Kramsach) im Jahr 2020 aus. Der Abschnitt 4 (das ist die Leitungs-Einbindung des Umspannwerkes Kundl) soll im Jahr 2021 begonnen werden."

ROKU: "Wann sind die Bürger in Breitenbach und Kramsach die veraltete 110 kV-Leitung mitten im Dorf dann los?"
RIEDER: "Die Inbetriebnahme des Teilabschnittes 2 (Breitenbach) ist im Jahr 2020 geplant, jene von Bauabschnitt 3 (Kramsach) mit Ende 2020 und mit der Einbindung Kundl wollen wir bis Ende 2021 in Betrieb gehen. Der Abbau der Leitung im Bereich Kramsach ist aus heutiger Sicht im Jahr 2021 möglich."

DI Rieder teilt mit, dass die TINETZ "alle Anstrengungen unternehmen werde", um diesen Zeitplan aufrechtzuhalten.

Zeitplan "nur sehr bedingt" vorhersehbar

Er weist aber auch darauf hin, dass man in den Zeitplänen mögliche Verzögerungen aus Behördenverfahren oder aus privatrechtlichen Abstimmungen "nur sehr bedingt vorhersehen" könne. Abhängig von der Dauer der Genehmigungs-Verfahren aber auch durch private Einsprüche könnte sich der Bau ein drittes Mal verzögern, heißt es. Weitere Verzögerungen wären jedoch weder für die Kommunal- noch für die Landespolitik als Eigentümer tragbar.

Die in der Nazi-Zeit erbaute Leitung hat ihre Nutzungs-Dauer mehr als überschritten. Die Bauarbeiten haben bereits in der Zeit des Anschlusses von Österreich an Hitler-Deutschland begonnen. Dieses Alter sieht man den Masten auch deutlich an. Wer trägt die Schuld, wenn hier ein Unfall Menschenleben kostet?