Ein Bild aus besseren Tagen... Zur Zeit steht die Achenseebahn still.

Jenbach: Zündstoff zur Achensee-Bahn

Der Salzburger Verein „Rote Elektrische“ hat kürzlich Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet: Mehrere Aufsichts-Räte sollen gegen die Interessen der Achensee-Bahn gehandelt haben, darunter auch drei Bürgermeister. „Glatte Lüge“, sagt dazu Bgm. Dietmar Wallner in der Sitzung des Jenbacher Gemeinderates.

JENBACH Die Salzburger Nachrichten haben bereits umfangreich über den Fall berichtet. Nun, bei der Juli-Gemeinderats-Sitzung, sah sich auch Jenbachs Bürgermeister Dietmar Wallner (ÖVP) mit Kritik konfrontiert. FPÖ-Gemeinderat Christoph Zung zitierte bei der Sitzung öffentlich aus dem von den Salzburger Nachrichten erwähnten Protokoll einer Vernehmung am Landesgericht Innsbruck.

Laut Aussagen eines Zeugen soll sich Bgm. Wallner gemeinsam mit den Bürgermeistern Ing. Josef Hausberger (Eben) und dem damaligen Bürgermeister der Gemeinde Achenkirch, Stefan Messner in einem Termin für die Zurückhaltung der Gelder aus dem MIP (Mittelfristigen Investitions Programmes) der Achenseebahn stark gemacht haben. Und zwar so lange, bis man den Aufsichtsratsvorsitzenden Christian Kittl, Wirtschafts-Prüfer und Miteigentümer der Bahn, losgeworden sei.

Keine Kleinigkeit: Durch die Insolvenz der Bahn müssen sich die Gläubiger mit den Schulden der Bahn beschäftigen und 15 Arbeitsplätze sowie Gemeinde-Zuschüsse gingen verloren.

FPÖ-GR Christoph Zung konfrontierte Bgm. Wallner mit den Zeugenaussagen einer Gerichtsverhandlung.

Wallner: "Glatte Lüge"

Dieses Zitat – der Termin mit dem Fehlverhalten soll übrigens im Jahr 2015 stattgefunden haben – aus dem Gerichtsprotokoll ist für Bürgermeister Wallner allerdings eine glatte Lüge: "Dass wir Bürgermeister das MIP verhindern wollten, ist glatt gelogen", erklärt Jenbachs Dorfchef in der Sitzung und forderte GR Zung auf, solche Aussagen zu unterlassen. Dieser erklärte, dass es nicht seine Worte seien und sich Wallner gegen diese Zeugenaussagen wehren solle, falls sie nicht der Wahrheit entsprechen.

Gesamte Bahn zum Verkauf!

Die Ereignisse bei der Achensee-Bahn überschlagen sich indessen.
Nach der Anzeige des salzburger Vereins "Rote Elektrische", ein Zusammenschluss von Bahn- und Nahverkehrs-Aktivisten, prüfte die Staatsanwaltschaft bei Redaktionsschluss noch, ob Ermittlungen eingeleitet werden.

Masseverwalter Dr. Herbert Matzunski hat indessen das gesamte Unternehmen mit allen Grundstücken, Fuhrpark und Gebäuden für 2,23 Millionen EURO zum Verkauf angeboten. Doch diesem müsste wohl das Infrastruktur-Ministerium zustimmen, weil eine Eisenbahn-Konzession aus dem Jahr 1889 besteht, die noch Kaiser Franz Joseph persönlich unterzeichnet hat.

Dann gibt es noch Bemühungen, das 130 Jahre alte Unternehmen überhaupt als Kultur-Denkmal unter Schutz zu stellen und in den Status eines Welt-Kultur-Erbes zu erheben: Hier fährt immerhin Material aus der Kaiser-Zeit. Das Denkmal-Amt prüft...


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