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Bringt 2012 die "Super-Sonnenstürme?“

Sonneneruption, aufgezeichnet von der NASA 2003. Sonneneruption, aufgezeichnet von der NASA 2003.

Im Film „Knowing" mit Nicolas Cage vernichtet ein Sturm aus Sonnen-Plasma die Erde. Kann das tatsächlich geschehen? In unserem Sonnensystem eher nicht. Was es sehr wohl auch hier gibt, sind „Super-Sonnenstürme". Wissenschafter der NASA und aus Deutschland rechnen für Ende 2012 mit extrem starken Sonnen-Eruptionen.

INTERNATIONAL (hp) Die letzte größere Sonnen-Eruption ereignete sich heuer am 7. Juni 2011. Zwar waren die Auswirkungen – von ausgeprägten Polarlichtern abgesehen – eher gering. NASA-Wissenschafter erinnerten anlässlich dieses Ausbruchs aber abermals an die „Solar-Wettervorhersage" für das kommende Jahr, die für Ende 2012 massive Sonnen-Stürme erwartet.

Laut C. Alex Young vom „Goddard Space Flight Center" der NASA dauerte der Ausbruch vom Juni ganze drei Stunden: „Eine derart gewaltige Abgabe von Material aus der Sonne habe ich zuvor noch nicht gesehen", sagt er. Dabei war dieser Ausbruch der Kategorie „M-2" lediglich als mittelschwere Eruption einzustufen und keine wirkliche Bedrohung.

Auch, weil aufgrund des Winkels, in welchem der Sturm auf die Erde traf, die Auswirkungen auf Kommunikations- und Energienetzwerke eher gering blieb.

Sonnenstürme gibt es aber in den unterschiedlichsten Stärken. Doch auch, wenn es zu gewaltigen Ausbrüchen kommen sollte, sind noch der Abstand der Erde zur Sonne, der Auftreff-Winkel und natürlich die Tatsache, ob der Sonnensturm überhaupt in Richtung Erde ausbricht (und dessen Dauer), von entscheidender Bedeutung für die Auswirkungen.

Auswirkungen: Was kann passieren?

Experten befürchten, dass ein Super-Sonnensturm mit seiner Strahlung unser ganzes Energieversorgungssystem zerstören könnte. Die Strahlung würde das geladene Kupfer in Kabeln und Transformatoren zum Schmelzen bringen.

Da unsere Wirtschaft voll von der Elektrizität abhängig ist, könnte es eine Kettenreaktion geben, die sich dann auf die Wasserversorgung, Radio, Fernsehen, Kommunikation, Satelliten, GPS, medizinische Einrichtungen, Heizung und Klimaanlagen auswirken würde.

Gigantische Kosten, ewig lange Reparatur-Dauer. Vor allem große Transformatoren werden weltweit nur noch von einer Hand voll Unternehmen hergestellt: Sollten diese großräumig zerstört werden, könnte ihr Austausch Jahre dauern. Vorausgesetzt, die Hersteller-Betriebe wären noch voll einsatzfähig.

Für die Menschen selbst wird es keine besonderen Auswirkungen geben – von hoher UV-Belastung abgesehen.

Die NASA hat bereits mehrere Beobachtungssysteme und Satelliten im All stationiert, um die Geschehnisse im Auge zu behalten, um vorwarnen zu können. Denn bereits wenige Tage ohne Strom führten in Kanada (2003) oder Deutschland (2005) zu gravierenden Versorgungs-Engpässen und einer Destabilisierung der Sicherheit.

Bisherige Schäden durch Sonnen-Stürme

Die letzten größeren Schadens-Ereignisse, die in direkten Zusammenhang mit Sonnen-Stürmen gebracht werden:2003 fiel im südschwedischen Malmö das regionale Stromnetz aus. Der Luftraum über Nord-Kanada wurde für Passagier-Flugzeuge gesperrt. Satelliten setzten zeitweise aus.

Im März 1989 legte ein Super-Sonnensturm in der kanadischen Provinz Québec fast das gesamte Stromnetz lahm. Die Folge war ein Chaos: Verkehrsleitsysteme, Flughäfen sowie die Fernwärmeversorgung fielen aus.

Sechs Millionen Menschen hatten für neun Stunden keinen Strom. Die Börse in Toronto erlebte gleichzeitig einen Totalausfall der Computer, in New Jersey schmolzen Transformatoren. Die solare Röntgenstrahlung soll sogar die höher gelegenen Schichten der Atmosphäre erwärmt und ausgedehnt haben. Dies bewirkte offenbar, dass der Sonnensatellit „SolarMax" um fünf Kilometer absackte und gegen Jahresende vorzeitig abstürzte.

1921 führte ein Super-Sonnensturm in Überlandleitungen in Mitteleuropa zu Strömen, die zehnmal stärker waren als normal und zu Polarlichtern, die den Himmel über Mitteleuropa feuerrot färbten.

Der gewaltigste bisher dokumentierte Sonnen-Sturm ereignete sich im Spätsommer 1859. Enorme Starkströme schossen durch Telegrafenleitungen und zerstörten diese. Mancherorts verbrannte sogar das in den Telegrafen eingelegte Papier. Über den Rocky Mountains erstrahlten Nordlichter so hell, dass die Menschen mitten in der Nacht aufstanden und mit dem Frühstück begannen.

Mega-Eruption alle 500 Jahre

Führende Forscher und Astrophysiker gehen davon aus, dass eine solare Supereruption wie 1859 nur alle 500 Jahre auftritt. Aber ein Sturm mit der Hälfte der Stärke könne jedoch alle 50 Jahre auftreten. Katastrophenschützer und Sicherheitsexperten warnen vor Stromausfällen auch im deutschsprachigen Raum.

Wie funktioniert ein Sonnen-Sturm?

Die Elektronen und Ionen werden durch die entgegengesetzten Magnetfelder gegeneinander gestoßen und wie eine Schleife ins All katapultiert. Diese Sturmwolken können unser Kommunikation-, Navigations- und Stromversorgungssystem lahmlegen.

Schutzmöglichkeiten

Wie kann man sich vor einem Super-Sonnensturm schützen? Einen großen Teil der Strahlung fängt unsere Erde durch ihr eigenes Magnetfeld ab. Bei einem Mega-Sonnensturm reicht die verbleibende Strahlung immer noch aus, um das Stromnetz zum Ausfall zu bringen oder großräumig zu zerstören. Nur eine frühzeitige Abschaltung kann (kann!) vor Schäden schützen. Das Anlegen eines Vorrates im eigenen Haushalt ist anzuraten...

Letzte Änderung am Freitag, 27 Januar 2012 20:27
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