Alois Wechselberger äußert sich zum Thema "Euregio".unsplash.com

Nur ein "Placebo"?

Die 1988 gegründete Euregio Tirol ist ein Placebo, um die mehrfache Teilung Tirols (Nord-, Ost-, Süd-, Welschtirol und Tiroler Teile im Belluno) als "überwunden" darzustellen.

Selbst bei der geographischen Darstellung der sogenannten Europaregion Tirol tut sich die Politik schwer (siehe das Unterschlagen jener Teile Tirols, die 1923 ungefragt, gegen den ausdrücklichen Willen der Betroffenen, durch Rom an das Belluno abgetreten wurden). Die jüngsten Umfragen zeigen deutlich, dass die überwiegende Mehrheit der Befragten, dieses "politische Fantasiewerk" nicht nur ablehnen, sondern es quasi als "Show" erkennen. Neben dem fehlenden politischen, sozial-ökonomischen sowie rechtlichen/exekutiven Rahmen ist ein wesentlicher Grund für das negative Image vor allem in der fehlenden Legitimität durch den Souverän, also durch das Wahlvolk, zu sehen. Offenbar ist es bisher noch nie jemandem in den Sinn gekommen, die fehlende Legitimität der Euregio Tirol durch freie Wahlen in allen Teilen Tirols (inkl. der tirolerischen Anteile im Belluno) bestätigen zu lassen. Durch eine solche Legitimität könnte man als positiven Nebeneffekt eine "Tiroler Identitätskarte/Landesbürgerschaft" umsetzen. Allerdings fürchten sich offenbar unsere Politiker in den drei Tiroler Provinzhauptstädten, in Rom und in Wien davor, der eigenen Bevölkerung ein Stück mehr an Selbstbestimmung zu gewähren!

Alois Wechselberger, Andreas Hofer Bund


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