Bürgermeisterin Marion Wex erhielt im Gemeinderat kritische Fragen aus ihrer eigenen Liste. Archivbild

Buch: Anzeige gegen Bürgermeisterin wegen Bauprojekt

In Buch in Tirol wurde Anzeige gegen Bürgermeisterin Marion Wex erstattet. Und zwar wegen Amtsmissbrauch. Sie soll ein Bauprojekt für 10 Wohnungen "durchgedrückt" haben. Wex weist die Vorwürfe scharf zurück und möchte die Verleumder zur Rechenschaft ziehen..

BUCH in TIROL Ein Bauträger-Projekt mit zehn Wohnungen in Buch in Tirol erregt derzeit die Gemüter. Einige Anrainer fühlen sich überfahren. Einen 14 Meter hohen Klotz stelle man ihnen vor die Tür, heißt es...
Die Liste an Vorwürfen ist lang: Das Projekt sei "durchgedrückt" worden, Anrainer wären von der Gemeinderats-Sitzung ausgeschlossen worden. Darüber hinaus wären die Wohneinheiten für Einheimische zu teuer und die Bebauungs-Dichte würde nicht eingehalten...

Kritiker des Projektes haben diesbezüglich auch einen Rechtsanwalt eingeschalten. Da manche mit der Vorgehensweise in der Angelegenheit nicht einverstanden sind, folgte eine Aufsichtsbeschwerde bei der Gemeinde-Aufsicht und kürzlich noch eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft wegen Amtsmissbrauch. Der Grund: Bürgermeisterin Marion Wex solle sich beim Bauträger für eine Wohnung interessieren und wolle diese zum Vorzugspreis – als Gegenleistung für bevorzugte Behandlung des Projektes. Seitens der Staatsanwaltschaft Innsbruck wird das Einlangen dieser anonymen Anzeige bestätigt. Man werde der Sache nachgehen, obwohl die Anzeige nicht wirklich genau ausführe, wodurch der Amtsmissbrauch denn begangen worden sei.

Bauträger: "Blödsinn!"

Fassungslos reagiert der Bauträger auf die Vorwürfe. Er habe alle Absprachen seinem Rechtsanwalt überlassen, die Bürgermeisterin selbst kenne er kaum. Auch habe Wex sich niemals bei seiner Firma für eine Wohnung interessiert. "Ein absoluter Blödsinn!", sagt er. Zum Projekt selbst erklärt der Bauträger: "Wir halten hier mehr Abstand, als wir müssten. Die mögliche Baudichte schöpfen wir nicht aus." In der Planung habe man mit Rücksicht auf die Nachbarn nachweislich mehr Freiraum geschaffen, als man müsse.

Bgm. Wex möchte "Verleumder zur Rechenschaft ziehen"

Bgm. Marion Wex hat aufgrund der Anfrage des ROFAN-KURIER Akteneinsicht genommen. "Es handelt sich um ein nur mit Initialen unterfertigtes Schreiben. Sämtliche Behauptungen darin sind falsch", erklärt Marion Wex. Das sei aber nicht die erste anonyme Anzeige gegen sie, es habe in der Vergangenheit bereits mehrere gegeben, "Aufgrund meines einwandfreien Verhaltens wurden diese Verfahren bisher samt und sonders nach Durchführung von Ermittlungsverfahren eingestellt", erklärt die Bürgermeisterin. Wex bedauert, dass diese Anzeigen anonym erfolgen. Dadurch könne man die Verleumder leider nicht zur Rechenschaft ziehen. Sie hofft jedoch, dass man diesmal die Anzeiger ermitteln wird können.

Zu den Fragen des ROFAN-KURIER sagt Wex: "Die Zuhörer wurden bei der Gemeinderatssitzung vom 27. Jänner nach Rücksprache mit dem Land aufgrund der COVID-Problematik nicht zugelassen." Zum Vorwurf, sie habe sich eine Wohnung beim Bauträger sichern wollen, sagt Wex: "Weder ich noch nächste Angehörige haben sich für eine Wohnung des Bauträgers interessiert. Wer zukünftig das Gegenteil erzählt, wird mit rechtlichen Konsequenzen zu rechnen haben, weil es sich hier um eine strafrechtlich relevante Verleumdung handelt." Zur Frage nach dem Abstand zu den Nachbarn sagt Wex: "Es trifft zu, dass der Bauträger die durch den Gemeinderat geschaffenen baurechtlichen Möglichkeiten aus freien Stücken nicht ausgenutzt hat."

Dem Bebauungsplan liege zudem ein Raumordnungskonzept zugrunde, das in der Amtszeit ihres Vorgängers erlassen wurde. "Der Bebauungsplan wurde in der gesetzlich vorgeschriebenen Form zur öffentlichen Einsichtnahme aufgelegt. Die Stellungnahme der Nachbarn wurde im Gemeinderat behandelt. Der Bebauungsplan wurde rechtskräftig." Eine "Sonderbehandlung" in welcher Form auch immer liegt laut Bgm. Marion Wex nicht vor.


Suche

Startseite