Seit langem gibt es eine freundschaftliche Verbindung zwischen Kramsach und Azumino. Die Skulptur in Kramsach zeigt die Umrisse Österreichs (vorne) und Japans.

Eine nicht alltägliche Partnerschaft...

Seit vielen Jahren gibt es die freundschaftliche Verbindung zwischen Kramsach und Azumino, einer japanischen Stadt im Zentrum der Präfektur (japanische Gebietskörperschaft) Nagano. Von Ablehung der Partnerschaft bis hin zu kulturellem Austausch machte die Städte-Freundschaft schon so einiges mit...

KRAMSACH/AZUMINO Seit langer Zeit gibt es eine freundschaftliche Verbindung zwischen Kramsach und der Stadt Azumino, gelegen im Zentrum der Präfektur Nagano in Japan. Ursprünglich war Toyoshina die Partnergemeinde. Diese wurde 2005 mit drei weiteren Kommunen zur Stadt Azumino zusammengeschlossen. Doch drehen wir das Rad der Zeit zurück. Als der Japaner Kawakami Kramsach besuchte, ahnte er nicht, dass er den Anstoß für eine Kontinente-verbindende Freundschaft gab. Den Kontakt stellte der Innsbrucker Alpenzoo her, der seit einiger Zeit gute Beziehungen zur Zooabteilung des "Alpine-Museum" im fernöstlichen Omachi hatte. Die Stadt Toyoshina wurde durch diesen Kontakt auf die Kramsacher Glasfachschule aufmerksam, zumal auch in der japanischen Ortschaft eine Glasmanufaktur bestand. Toyoshinas Gemeindechef versuchte daher, Kontakt mit Kramsach aufzunehmen und über seinen Landsmann eine Grußbotschaft auf seine Reise nach Tirol mitzugeben.

Gemeinderat lehnt ab

Ein halbes Jahr später besuchte die erste Delegation aus Fernost die Gemeinde Kramsach. Norbert Gögl, damaliger Bürgermeister, und Rudolf Trawöger, der Direktor der Glasfachschule, empfingen die Gäste aus Japan. Ein Freundschaftsvertrag sollte folgen, der skeptische Kramsacher Gemeinderat lehnte 1989 vorerst ab. Also verfolgte man das Ziel, das Projekt der Völkerverständigung zu forcieren. Im gleichen Jahr wurde mit Unterstützung von 20 Kramsacher Unternehmen der "Freundschaftsverein Tirol-Japan Kramsach-Toyoshina" aus der Taufe gehoben. Der heutige Vereinsobmann Ing. Stefan Schuler kann auf gut 80 Mitglieder zählen.

Freundschaftsvertrag

Nach den Gemeinderatswahlen im Jahr 1993 stimmte der neue Gemeinderat einer Aufwertung der Verbindung zu und brachte einen Freundschaftsvertrag zwischen Kramsach und Toyoshina unter Dach und Fach. Die freundschaftlichen Beziehungen verankerten sich auf politischer Ebene. Bürgermeister Egon Außerhofer reiste mit einer kleinen Kramsacher Abordnung in das Land der aufgehenden Sonne und unterzeichnete den ersten Schwester-Städte-Vertrag. Durch diesen Vertrag kam es auch zur Errichtung des Toyoshina-Platzes in Kramsach. Alois Schild bekam den Auftrag, eine Plastik aus Stahl anzufertigen. Die sechs Meter hohe und zwei Tonnen schwere Skulptur zeigt die Umrisse Österreichs und Japans. Im Laufe der Zeit kam es zu vielen Unternehmungen rund um die Pflege und Intensivierung der Freundschaft. Dazu zählten die Organisation zahlreicher Jugendaustausch-Programme oder auch ein Briefverkehr zwischen den Schülern der beiden Gemeinden.

Jugend als Potenzial der Zukunft 

Bürgermeister Manfred Stöger führte eine 16-köpfige Abordnung auf der Reise nach Japan an. Dabei fixierte man drei wesentliche Punkte: Die Kooperation auf kultureller und umweltpolitischer Ebene, das gegenseitige Verstehen und Kennenlernen der Menschen und die Mitarbeit der Jugend in den beiden Gemeinden. So wird auch die geschlossene Freundschaft für die ferne Zukunft gewährleistet.


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