Weniger Landwirte, weniger bewirtschaftete Fläche. Allein in Tirol gibt es etwa 1.000 Landwirte weniger, als noch vor 3 Jahren.unsplash.com
Wirtschaftliche Landes-Verteidigung: Nur mit unseren Bauern
Österreich ist (noch) ein Land im Wohlstand. Die Verteidigung des Landes und dieses Wohlstandes funktioniert nicht nur militärisch: Sie funktioniert auch durch die "wirtschaftliche Landesverteidigung". Besonders wichtig: Die Selbstversorgungs-Fähigkeit des Staates.
ÖSTERREICH Spätestens mit CORONA hat man in Europa erkannt, wie wichtig die Fähigkeit zur Selbstversorgung wirklich ist. Gelernt hat man daraus nicht überall. Aber auch für den Staat Österreich ist die Fähigkeit zur Selbstversorgung der eigenen Bevölkerung eine wichtige und zentrale Herausforderung im Bereich der "wirtschaftlichen Landesverteidigung". Der Erhalt der Wirtschaft und der Arbeitsplätze sowie Innovation und wirtschaftliche Unabhängigkeit stehen hier im Fokus. Doch wenn sich eine Krise zuspitzt, stehen an der Spitze der Bedarfspyramide Unterkunft, Nahrung, Wasser und Wärme für das eigene Volk. Während heute in Österreich so gut wie alle Menschen ein Dach über dem Kopf haben und auch ausreichend Trinkwasser für alle vorhanden ist, nimmt die Selbstversorgungs-Fähigkeit im Lebensmittel-Bereich in Österreich Jahr für Jahr ab.
Immer mehr Bauern sperren zu
Geschuldet ist dies einem Bauern-Sterben, das stetig voranschreitet und vielerlei Ursachen hat: Die Arbeit ist hart, Urlaub kaum möglich. Nicht unerheblich sind hier auch bürokratischer Druck durch Auflagen, strenge Kontrollen und Überregulierung und damit verbundener Zeit- und Kosten-Aufwand, den sich viele kleine Landwirte nicht mehr leisten wollen und können.
Statistik Austria: Zahl der Rinder-Betriebe fast halbiert
Laut Statistik Austria hat sich die Zahl der Rinder-Halter in Österreich von 1990 von über 100.000 Betrieben auf etwa 51.000 im Jahr 2023 fast halbiert. Noch deutlicher ist der Rückgang bei den Schweine-Haltern: 1990 gab es davon noch 82.000 in Österreich, 2023 waren es nur noch 22.200 Betriebe. Die Produktion verlagert sich aber nicht einfach zu Großbetrieben. Sie sinkt: 1990 gab es in Österreich 2,15 Mio. Rinder, 2023 waren es noch 1,8 Mio. Die Zahl der Schweine sank im selben Zeitraum von 3,4 Mio. auf 2,6 Mio. Stück.Es gibt in Österreich zwei statistische Betrachtungen: Jene, die land- und forstwirtschaftliche Betriebe betrachtet und jene, die nur Landwirte betrachtet. Landwirte sind jene Bauern, die tierische oder pflanzliche Lebensmittel produzieren. Allein von 2020 bis 2023 ist die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich von 110.700 auf 101.000 gesunken. Oder anders: In Österreich haben in nur drei Jahren etwa 8.300 landwirtschaftliche Betriebe zugesperrt. 2.760 landwirtschaftliche Betriebe pro Jahr schließen. In Tirol sank die Zahl der Landwirte von 10.719 (in 2020) auf 9.800 (in 2023).
Selbstversorgungs-Grad sinkt, aber...
Die bewirtschaftete landwirtschaftlich Fläche sank im selben Zeitraum von 2,6 Mio. Hektar auf 2,57 Mio. Hektar um über 30.000 Hektar oder 10.000 ha pro Jahr. Das sind 100 Millionen m². In Tirol blieb diese Fläche etwa konstant. Die Zahl der Rinderhalter in Tirol sank jedoch von knapp 8.000 im Jahr 2020 auf etwas über 7.500 im Jahr 2023. Alles in allem sinken in Österreich sowohl die Zahl der Landwirte als auch die landwirtschaftlich genutzte Fläche. Ein schlechter Trend für Österreich: Denn der sinkenden landwirtschaftlichen Produktion steht eine durch Zuwanderung steigende Bevölkerung entgegen. Zählte Österreich im Jahr 2000 noch 8 Millionen Einwohner, stieg die Zahl im Jahr 2025 bereits auf 9,2 Millionen...
Milch und Fleisch
Einzig im Milchsektor verzeichnet Österreich aktuell eine deutliche Überproduktion von 177%. Bei Fleisch könnte sich unser Staat mit 107% ebenfalls selbst versorgen. Bei Fisch schaut es mit nur 8% eher schlecht aus.








