Lisa Theresa Hauser über die vergangene Weltcup-Saison: "Diese Saison war mental definitiv schwieriger als die Saison 2020/21. Aber ich muss sagen, dass ich auch mit dieser Saison wieder sehr zufrieden war."ÖSV

Biathletin Lisa Hauser im ROKU-Interview

Österreichs Biathlon-Superstar Lisa Theresa Hauser beendete die vergangene Saison auf dem fantastischen dritten Platz in der Weltcup-Gesamtwertung. Im Gespräch mit dem ROFAN-KURIER spricht sie über Olympia, die vergangene Saison und ihre Hobbys...

REITH bei KITZBÜHEL Lisa Theresa Hauser kommt aus Reith bei Kitzbühel und ist eine sehr erfolgreiche Biathletin. Die 28-jährige besticht durch ihre Schnelligkeit in der Loipe und ihre Präzision am Schießstand. Auch wenn sie über den vierten Rang im Sprint bei den Olympischen Winterspielen in Peking anfangs enttäuscht war, schaut sie zuversichtlich nach vorne. Immerhin kann sie im nächsten Jahr die Massenstart-WM-Goldmedaille, die sie 2021 gewann, verteidigen.

ROFAN-KURIER: "Lisa, wie kamst du zum Biathlonsport? Wie kam der Biathlonsport zu dir?"
HAUSER: "Angefangen hat alles mit meinem ersten Trainer Gidi Achorner. Wir waren eine Truppe Langläuferinnen: Mädels, mit denen ich auch heute noch befreundet bin. Später durfte ich zum Kitzbüheler Skiclub wechseln und bin dort weiter optimal unterstützt worden. Meine Eltern haben es mir dann ermöglicht, dass ich das Skigymnasium in Saalfelden besuchen durfte. Meine Trainerin dort, Sandra Flunger, hat mich dann gefragt, ob ich es denn mal mit Biathlon versuchen möchte. Das hat mir dann offensichtlich ganz gut gefallen, und ich bin dabeigeblieben. (lacht) Ich konnte einige Erfolge bei den Junioren feiern und bin dann 2013 in den Weltcup eingestiegen."

ROFAN-KURIER: "Wie würdest du deine Olympiasaison 2021/22 benoten? Warum?"
HAUSER: "Diese Saison war mental definitiv schwieriger als die Saison 2020/21. Da ist irgendwie alles leichter von der Hand gegangen. Aber ich muss sagen, dass ich auch mit dieser Saison wieder sehr zufrieden war. Vor allem mit dem dritten Rang im Gesamtweltcup, denn das zeigt, dass ich über die gesamte Saison konstant gute Leistungen abgerufen habe. Dazu kommen drei Einzelpodest-Platzierungen. Besonders emotional war für mich aber der zweite Platz im Sprint beim Weltcupfinale in Oslo, denn erstmals nach zwei Jahren coronabedingter Pause konnten auch wieder meine Eltern live vor Ort mitfiebern."

Lisa Theresa Hauser aus Reith bei Kitzbühel besticht durch ihre Schnelligkeit in der Loipe und ihre Präzision am Schießstand. © ÖSV

ROFAN-KURIER: "Warum kannst du dem Satz 'Bei Olympia ist ein vierter Rang undankbar', nichts abgewinnen?"
HAUSER: "Naja, ich muss zugeben, dass ich im ersten Moment schon sehr enttäuscht war. Wenn man so knapp am Traum von einer Olympiamedaille vorbeischrammt, dann tut das zunächst schon einmal weh. Mehr war leider nicht drin."

ROFAN-KURIER: "Ist es falsch, wenn man deine Sportart nur als einen Mix aus Ausdauer und Präzision umschreibt?"
HAUSER: "Das ist sicher richtig. Biathlon besteht aus zwei konträren Sportarten, die man im Rennen, aber vor allem auch im Training unter einen Hut bringen muss. Es braucht Ausdauer und Präzision gleichermaßen. Aber ich denke, genau das macht unsere Sportart so attraktiv für die Zuschauer. Im Rennverlauf kann alles passieren."

ROFAN-KURIER: "Was kannst du uns über dein Leben abseits der Loipe und des Schießstands sagen? Wie schätzt du dich selber ein?"
HAUSER: "Ich bin unheimlich gern in den Bergen unterwegs. In meiner Freizeit treffe ich mich mit Freunden, wir unternehmen was. Und wenn ich von den Wettkämpfen nach Hause komme, dann gehört auch immer ein Besuch bei meinen beiden Omas dazu. Ich würde mich selbst als fröhlichen und freundlichen Menschen einschätzen und bin der festen Überzeugung, dass man das, was man gibt, auch wieder zurück bekommt."

ROFAN-KURIER: "Danke für das Gespräch!"


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