Brutal aber hilfreich: Kinderschänder und Vergewaltiger könnten in der EU wie in den USA in einer öffentlichen Datenbank gelistet werden.Symbolbild
Keine Gnade für Frauen– & Kinder-Schänder
Der nette Onkel von nebenan, der sich etwas zu sehr für Nachbars Kinder interessiert. Der Familien-Vater, der seinen ganzen Urlaub für das Betreuen fremder Kinder im Ferienlager nimmt. Der neue Partner, der sich bevorzugt alleinerziehende Mütter sucht... Vorsicht schadet nicht.
TIROL/JENBACH Ende März hat sich die Gemeinde Jenbach durch die Aufführung des Films „(K)einen Ton sagen“ von Georg Lembergh mit einem dunklen Kapitel seiner jüngeren Geschichte auseinander gesetzt. Es geht um den Fall des mittlerweile verstorbenen Pfarrers Josef Patscheider, der 1986 am Landesgericht Innsbruck wegen Missbrauchs von acht Schülerinnen rechtskräftig verurteilt wurde. Diese Auseinandersetzung, die Jenbach hier vorbildlich durchgeführt hat, ist aber auch Mahnmal: Eine Warnung dahingehend, dass es NULL Toleranz für jede Form von Kindes-Missbrauch oder sexuelle Übergriffe geben kann. Kein Wegschauen, keine Scheu vor Konflikten. Denn auch im Fall Patscheider waren gewisse Dinge längst bekannt, bevor endlich gehandelt wurde. Der Film ist auch eine Warnung, dass man Kinder gestern wie heute zu selbstbewussten Individuen erziehen muss, die darüber informiert werden, dass eben nicht jeder nette Mensch auch Gutes im Schilde führt. Kinder sollen lernen, laut NEIN zu sagen und ihre Eltern zu informieren, wenn sich ihnen jemand ungebührlich nähert.
Verstörende Schicksale
Ungeachtet dessen, welche Position diese Person inne hat. Lembergh´s Film gibt einerseits Betroffenen eine Stimme und zeigt andererseits, mit welchen Taktiken sich Kinderschänder oder Vergewaltiger ihren Opfern nähern. In Jenbach war es der Pfarrer, der mehrere Mädchen auf seinen Schoß setzt, sie Süßigkeiten aus seiner Hosentasche holen lässt, die ein Loch zum Penis hatte. Ausgesuchte Mädchen bekommen mehr Geschenke, dafür hat er ihnen in die Hose gefasst und sie zu Zungenküssen genötigt. In Südtirol war es ein Bauer, der die junge Bäuerin vom Nachbar-Hof misshandelt und vergewaltigen will, als ihr Mann nicht daheim ist. Beim ÖSV haben Trainer und Firmenbetreuer sich laut der ehemaligen Skirennläuferin Nicola Spieß gegenüber jungen Sportlerinnen einiges herausgenommen, bei einer Veranstaltung wurde sie mit 16 vergewaltigt. Später steigt sie aus dem Skizirkus aus und gründet eine Skischule. Und sie schweigt nicht: Sie macht die Vorfälle öffentlich. Ihr Fall geht durch die Medien und trägt zu Verbesserungen bei.
Unterstützung durch Umfeld
Doch die Gesellschaft wird immer mehr mit Informationen, Angst und Meldungen überflutet. Vorfälle wie diese werden zu schnell vergessen. Oftmals ist es so, dass den Opfern sogar Unverständnis entgegengebracht wird, wie im Fall der Südtiroler Bäuerin. Aussage gegen Aussage steht. Vor allem Kinder und Jugendliche sollten nicht arglos mit anderen Erwachsenen alleine gelassen werden. Der Film von Lembergh ist in der ORF-TVthek kostenlos abrufbar.
Was ausgelassen wurde
Im Film von Lembergh wird jedoch gänzlich darauf verzichtet, den bedeutenden Anteil jener Gewalt gegen Frauen zu beleuchten, der hier in Österreich durch ausländische Staatsbürger, Menschen mit Migrations-Hintergrund und Menschen aus anderen Kultur-Kreisen begangen wird. Zwangs-Heirat, Freiheits-Entzug und Ehrenmord finden auch in Österreich statt. Auch diese Verstöße gegen den Rechtsstaat sind aktuell, wurden von der Politik aber Jahrzehnte lang kaum beachtet oder tabuisiert. Teure Info-Kampagnen, die sich nur an deutschsprachige Bürger richten, erreichen diesen Teil der Bevölkerung nicht.
Der ROFAN-KURIER wird die diesbezüglichen Statistiken prüfen und in einer der kommenden Ausgaben über die Fakten berichten.








