Wer seine Kinder unkontrolliert ins Netz lässt, könnte auch gleich einen Kinder-Schänders als Baby-Sitter anstellen...Symbobild: Nachgestellte Szene

Tirol: 13-jähriger vergewaltigt 12-jährige...

Es ist ein Fall, bei dem kein Klischee zieht: Inländer-Familie. Durchschnittliche Verhältnisse. Und doch. Wie kommt ein 13-jähriger dazu, eine 12-jährige zu vergewaltigen? Rechtfertigung: Die Internet-Pornos, die er immer am Handy sieht, wollte er "ausprobieren"...

TIROL Junge Frauen kleiden und verhalten sich wie Doku-Soap-Zicken. Junge Männer imitieren Prolo-Figuren aus Billig-Serien. Man ahnt, wie viel Einfluss Serien, TV-Programm und Filme zumindest auf einen Teil der jungen Erwachsenen haben. Das ist bei Pornos nicht anders.
Zumindest ein Teil der erwachsenen Konsumenten dürfte kapieren, dass diese Filmchen eine Fantasiewelt darstellen. Wie aber gehen Kinder mit diesen Sinnes-Eindrücken um? Ein Großteil der 10 bis 16-jährigen in Österreich hat laut einer Studie bereits Internet-Pornos gesehen oder sieht sie sogar regelmäßig. Meist am Handy oder am Tablet oder auch auf mobilen End-Geräten von Freunden in der Schule. Verbreitet werden die Filme über die Sozialen Medien, Whats-App, das Internet...

Gerade in der Entwicklung junger Menschen richtet der Konsum aber oft große Schäden an: Für Kinder wird das Gesehene zur Realität. Sie denken, dass sie selbst sein müssten, wie die Darsteller – und erwarten das auch von ihren Partnerinnen.

"Wollte Filme ausprobieren"

Das ist auch die Rechtfertigung eines 13-jährigen Täters aus Tirol. Die Familie des Opfers und seine eigene kennen sich bereits länger. Immer wieder haben die Kinder zusammen gespielt. Niemand dachte sich etwas dabei, als das Mädchen eines Nachmittags wieder zu ihm ging. Doch an diesem Nachmittag kommt alles anders: Da wollte der 13-jährige "etwas ausprobieren". Er wollte die Pornos nachstellen, die er immer mit seinen Freunden am Handy sieht. Als das Mädchen zu ihm kommt, betäubt er es. Dann wird die 12-jährige von ihm vergewaltigt, was sie erst nachher mitbekommt. Das Mädchen ist traumatisiert. Die Familien sind geschockt. Der junge Bursche ist hier Täter. Und doch auch Opfer. Opfer einer gewissen Nachlässigkeit seiner Eltern, Opfer einer immer perverseren Online-Kultur. Es tut ihm schrecklich leid...

Handys sperren!

Das Argument, dass Kinder "nicht dazugehören", wenn sie kein Handy besitzen oder, dass es wichtig ist, dass sie "erreichbar sind", hört man immer wieder, wenn darüber diskutiert wird, ob 10-jährige tatsächlich schon ein Smart-Phone brauchen. Mag sein. Warum sollen Minderjährige aber mit ihren Smart-Phones unkontrolliert ins Internet? Wozu brauchen sie einen eigenen Online-Zugang? Oder gar eigene Profile in Sozialen Netzwerken? Wozu Facebook bei 11-jährigen? Damit man sie besser ausspähen und cyber-mobben kann?

Wer seine Kinder unkontrolliert ins Internet lässt, könnte auch gleich einen verurteilten Kinder-Schänder als Baby-Sitter einstellen. So ähnlich stellt es ein warnender Spot der Regierung dar, der zu mehr Verantwortung der Eltern bezüglich Internet-Sicherheit ihrer Kinder aufruft. Wer denkt, sein minderjähriges Kind benötigt unbedingt ein Smart-Phone, sollte zumindest so verantwortungsbewusst sein und das Telefon für Online-Dienste sperren oder später die Möglichkeiten altergerecht einschränken.

16-jähriger Tiroler als Serien-Vergewaltiger!

Noch ein Fall aus Tirol: Eine 13-jährige wird Mitglied in einem Verein. Nach dem Training treffen sich einige Jugendliche... dort lernt sie auch einen 16-jährigen Burschen kennen. Er ist anfangs nett, fragt sie nach der Telefon-Nummer. Wenig später fordert er von ihr ein Oben-Ohne-Foto. Ansonsten würde er ins Netz stellen, dass sie eine "Schlampe" sei. Und er würde sie in den Sozialen Medien "fertig machen".
Nach langem hin- und her gibt sie nach. Sie schickt ihm ein Bild ohne Gesicht. Vom Bauchnabel bis zum Hals. Mit BH. Er erpresst sie weiter, will mehr Fotos, zwingt sie zu einem Treffen im Park, wo er es ihr "besorgen" würde, wie er ankündigt.  Endlich geht das Mädchen zur Mutter, die die Polizei verständigt. Beim Treffen schlagen die Beamten zu und zerren den 16-jährigen von dem Mädchen runter. Wie sich herausstellt, hatte er mit dieser Masche zuvor bei über zehn Tiroler Mädchen Erfolg...

Die dargestellten Fälle basieren auf wahren Begebenheiten und wurden der Redaktion von einem ehemaligen Beamten "aus erster Hand" zugetragen. Auch er warnt: "Wer Kinder unkontrolliert ins Internet lässt, gefährdet sie aktiv!"