Christine Jesacher (links) brachte gemeinsam mit Christine Balaban die Initiative "Onkomützen" nach Österreich.

Dem Krebs eins auf die Mütze geben

Die Mitglieder der Initiative „Onkomützen“ stricken und nähen Mützen für krebskranke Personen. So zeigen sie ihre Solidarität.

TIROL "Wir können den Krebs nicht heilen, aber wir können die betroffenen Menschen unterstützen", erzählt Christine Jesacher aus Radfeld. Seit Dezember letzten Jahres betreut sie die "Onkomützen"-Community in Tirol. Dabei kann jeder mitmachen. Die Mitglieder entwerfen und schneidern für krebskranke Menschen kostenlose, maßgeschneiderte Mützen. „Unsere Onkomützen sollen nicht nur die ausfallenden Haare bei der Chemotherapie verbergen, sondern eine Geste der Solidarität sein", erzählt sie im Gespräch mit dem ROFAN-KURIER. Krebskranken Personen wird so das Gefühl gegeben, dass sie nicht alleine sind.

Gegründet in Deutschland

In Deutschland gibt es bereits eine große Gemeinschaft, die so zusammenhilft. Gegründet wurde diese von Robert Möllers. Im Dezember 2019 sprach dieser Christine Jesacher an und sie brachte die Initiative nach Tirol. Aufgrund des "Ansturmes" wurde aus Tirol schnell ganz Österreich. Inzwischen sind etwa 400 Personen in der Facebook-Gruppe und fertigen die Mützen für Krebskranke an. Bis Anfang Februar hat die Österreich-Community bereits 406 Mützen gestrickt und genäht. Für jede Altersgruppe. Vom dreijährigen Kind bis zur 90-jährigen Pensionistin.
Verteilt werden die Onkomützen in Krankenhäusern. Natürlich kostenlos. "Die Patienten können sich in der Onkologie einfach eine Mütze aus einem Korb nehmen", sagt Jesacher. Zusammen mit der Mütze gibt es noch einen Gutschein für eine weitere, die sich die Patienten dann "bestellen" können. Der Stoff für die Mützen wird entweder von den Näherinnen selbst gespendet oder Stoffläden geben Sachspenden.
"Die Initiative wird sehr gut angenommen", freut sich Jesacher. Weitere Näherinnen oder Strickerinnen sind immer willkommen. Wer Interesse hat kann sich bei Christine Jesacher unter melden oder der Facebook-Gruppe "Onkomütze - Österreich" beitreten.
Die Mützen werden zur Zeit in 13 Krankenhäusern in Österreich ausgeteilt.


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