Frau Warteraum, Misha Nyman-Stamkova bei einem Auftritt in Bozen. Sie war 2019 Teil der EUREGIO-Initiative Upload-Sound. Luca Guadagnini

Warteraum: Gelebte künstlerische Freiheit

Tirol scheint für Misha Nyman-Sramkova zu klein. Mit dem "Synth-Punk" von "Warteraum" passt die Zillertalerin auch besser in große Clubs in Städten. Das "Do-it-yourself"-Projekt kommt nun ins Rollen...

FÜGEN "Warteraum" ist das Solo-Projekt von Misha Nyman-Sramkova. Anfang Jänner brachte sie ihre erste EP mit fünf Songs heraus. Diese heißt "Letters to men that I adored". Der Name war ein Spontaneinfall von Nyman-Sramkova: "Ich habe die EP den Männern gewidmet, die mich auf meinem Weg begleitet haben. Etwa den Professoren, die mich bestärkt haben", erzählt die Zillertalerin mit tschechischen Wurzeln. Und auch ihren Songwriting-Idolen, Joachim Berg (schwedische Band Kent) oder Martin Gore (Depeche Mode) ist die CD gewidmet.

Nie wirklich akzeptiert

Obwohl sie im Zillertal aufgewachsen ist, wurde "Frau Warteraum" nie wirklich im Tal akzeptiert. "Bereits in der Volksschule hatte ich Probleme mit meinem tschechischen Akzent. Man war irgendwie anders...", sagt sie. Daraus entwickelte sich eine "Us-versus-the-world"-Mentalität, die sich auch in der Musik von Warteraum wiederfinden lässt. "Meine Lyrics gehen in diese Richtung", sagt Nyman-Sramkova. Nicht wirklich romantisch, "es geht eher in diese Was-Wäre-Wenn-Situation – Wir gegen die Welt."

Bergen ist die aktuelle Single von Misha Nyman-Sramkova - von "Warteraum".

Ihre Musik möchte sie nicht wirklich einordnen. Es gehe in Richtung "futuristischer Elektro-Pop mit Elementen aus den 80er Jahren". Sie selbst hat die Musik aber "Synth-Punk" getauft. Weil: "Würde ich Gitarre spielen können, was ich aber nicht kann, würde ich wahrscheinlich etwas in Richtung 'Alternative Rock' oder 'Punk' machen", erzählt sie im ROFAN-KURIER-Interview.
Ihre große Leidenschaft ist aber auf der Bühne zu stehen. Und das bereits seit sie zehn Jahre alt ist. Damals machte sie bei einer Talentshow mit und da entstand ihre Liebe zur Bühne.

Erstes Konzert bei Kultur am Land

Die Identität Warteraum entstand 2015 während ihres Studiums ("etwas mit Medien") in Salzburg. Damals entwickelte sich aus einem Schulprojekt ihre erste Single "Align".

"Align" ist sozusagen der "Gründungssong" von Warteraum.

Die Songs ihrer ersten EP entstanden "so zwischen 2015 und 2017". 2019 wurden diese mit neuem Stil aufgenommen, Nyman-Sramkova konnte sich mehr auf ihre Musik konzentrieren und dann kam das erste Konzert 2019 – bei Kultur am Land in Buch.
Der Name "Warteraum" entstand ebenfalls 2015 oder besser gesagt etwas vorher. In Salzburg war die Zillertalerin teil einer Mädchenclique, einem Künstlerkollektiv, die sich immer im Warteraum am Salzburger Bahnhof getroffen haben. "Und eigentlich wäre es ein guter Bandname. Denn: Man wartet ja immer auf etwas...."

Vor 2015 war „Frau Warteraum“ in diversen Bands. Sie spielte Synthisizer und sang auch. "Das war aber nicht wirklich etwas für mich", lacht sie. Schnell frustrierten sie die Bands. Jetzt macht Misha Nyman-Sramkova alles selbst. Eine "One-Women-Show" mit sehr viel künstlerischer Freiheit. Auch bei der Produktion ihrer EP hat sie alles selbst gemacht. Ein DIY-Projekt eben.

Eine zweite EP von "Warteraum" ist auch bereits in Planung. Und zwei EPs wären dann ein vollständiges Album...

3xCD "Letters to man that I adored"

Gemeinsam mit Warteraum verlost der ROFAN-KURIER drei EPs "Letters to men that I adored". Einfach E-Mail mit Adresse & Tel. (!) an oder Postkarte an ROFAN-KURIER, Postfach 38, 6230 Brixlegg senden. Kennwort: "Warteraum" senden! Einsendeschluss: Donnerstag, 27. Februar.