Die Asylschwemme der Jahre 2015 und 2016 könnte sich laut deutscher Polizei-Gewerkschaft wiederholen...unsplash.com

Deutsche Polizei: Asylsituation wie 2015?

Die Asylschwemme der Jahre 2015 und 2016, wo Hunderttausende vor allem aus dem arabischen Raum, unerlaubt und meist unkontrolliert die Grenzen der EU überschritten haben, könnte sich laut deutscher Polizei-Gewerkschaft wiederholen...

DEUTSCHLAND/ÖSTERREICH Von CORONA und anderen Themen völlig überschattet, steigt die Zahl der illegalen Einreisen nach Europa weiter deutlich an. Die deutsche Polizei-Gewerkschaft fordert dringend die Wiedereinführung von Grenzkontrollen, zunächst nach Polen.

Illegale Grenzübertritte in Deutschland versechsfacht!

Mit CORONA hat der Wunsch der deutschen Polizei nach Grenz-Kontrollen nichts zu tun: Es geht um die gestiegene Zahl der illegalen Einwanderungen. Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Heiko Teggatz, begründet seinen Apell mit der "seit Monaten explosionsartig ansteigenden Zahl der Aufgriffe". Teggatz spricht hier lediglich von jenen illegalen Grenzübertritten, die mangels Grenz-Kontrolle überhaupt bemerkt werden. Die deutsche Polizeigewerkschaft befürchtet einen "Kollaps wie 2015".

Ostgrenze nur kleines Problem

Grund für die massive Zunahme der illegalen Einreisen an der EU Ostgrenze ist auch, dass der belarussische Machthaber, Alexander Lukaschenko, offenbar organisiert illegale Einwanderer aus dem arabischen Raum nach Belarus holt und dann an die EU Außengrenze bringt. Dies werfen ihm zumindest Lettland, Litauen und Polen vor, die mit dem Schutz der EU-Außengrenze überfordert sind und mittlerweile mit dem Bau von Zäunen begonnen haben... Während das Problem aktuell in Deutschland ein großes Thema ist, stellt es jedoch nur einen kleinen Teil der Gesamtproblematik dar.

Von Jänner bis September wurden in Europa über 133.000 illegale Einreisen registriert. Dunkelziffer unbekannt. Über 40.000 kamen über die "geschlossene" Westbalkan-Route. © Statista 2021

Anlandungen in Italien vervielfacht!

Dem ehemaligen italienischen Innenminister, Matteo Salvini, wird  aktuell in Palermo der Prozess gemacht, weil er in seiner Zeit als Minister dem "Seenot-Rettungsschiff" Open Arms das Anlegen verweigert hat. Einige Italiener verstehen indessen nicht, warum schiffbrüchige Migranten, die vor der Küste Nordafrikas von "Seenotrettern" aufgenommen werden, nicht nach Nordafrika gerettet werden, dessen Küste meist näher liegt... Die Anlandungen in Italien steigen indessen weiter: 2020 waren es 34.000 (registrierte). Allein von Jänner bis Anfang September 2021 waren es bereits 47.000. Italiens Inseln, vor allem Lampedusa, sind längst wieder zu Brennpunkten der illegalen Migration geworden.

Auch Tiroler Polizei besorgt

Noch halte sich der Andrang am Brenner "in Grenzen", heißt es indessen von Tirols Landes-Polizeidirektor Edelbert Kohler. Doch die Polizei ist besorgt: Die massiv steigenden Anlandungen in Italien könnten für den Brenner und Tirol nicht ohne Folgen bleiben. Laut der Fremdenpolizeilichen Abteilung werden am Brenner hauptsächlich Nigerianer, Albaner und Marokkaner aufgegriffen. Zwei Drittel von ihnen werden über die Straßen geschleust, meist in Kleinbussen. Bereits 2020 wurden in Österreich über 21.000 illegale Grenzübertritte erfasst. Das waren um 12% mehr als noch 2019. Die Zahl der Asylanträge in Österreich ist im August 2021 im Vergleich zum August 2020 um 220% gestiegen (4.758 Anträge in einem Monat), 87% der Antragsteller waren männlich. Quelle: Bundesministerium für Inneres. Infos auch auf www.bmi.gv.at/Statistiken.


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