V.l.: LA KV Patrick Haslwanter und NR Peter Wurm (beide FPÖ) fordern eine Senkung des TIWAG-Stromtarifs auch für Firmen.FPÖ

TIWAG-Tarife: Ärger über Preise bei Neuanmeldungen

Bis Juli 2023 wird die TIWAG die aktuell niedrigen Sätze für Bestands-Kunden halten. Dann wird angezogen. Wer schon jetzt zum Handkuss kommt, sind all jene, die ihren Zähler neu anmelden. Offenbar auch, weil die TIWAG in den letzten Monaten viele Neukunden annahm.

TIROL Wer einen TIWAG-Bestands-Vertrag hat, bekommt von der aktuellen Situation am Strom-Markt nicht wirklich etwas mit: Etwa 17 Cent brutto bezahlen Bestands-Kunden aktuell bei der TIWAG für 1 Kilowatt-Stunde (kWh) Strom inklusive Netzentgelt und Steuer, 10 Cent davon kostet der Strom an sich. Doch für den neuen Nachbarn könnte das bereits ganz anders aussehen: Wer soeben umgezogen ist oder seinen Betriebsstandort verlegt oder neu eröffnet, zahlt bis zu 55 Cent pro Kilowatt-Stunde (davon etwa 40 Cent für Strom)! Das ist der vierfache Strompreis...

Durch viele Neukunden Strom-Zukäufe nötig

Eigentlich hätte die TIWAG mit ihren Kraftwerken gute Kapazitäten, um den Bedarf in Tirol weitgehend zu decken. Auf Nachfrage bei der TIWAG begründet man die hohen Strompreise für Neu-Anschlüsse unter anderem so:  In den letzten Monaten seien aufgrund der günstigen TIWAG-Tarife sehr viele Neukunden angenommen worden. Da man den gesteigerten Bedarf nicht mehr mit eigenen Kraftwerken decken kann, muss man nun am Strommarkt zukaufen. Mit anderen Worten: Weil man Kunden aus anderen Bundesländern oder Anbieter-Wechslern vemrehrt bedient, kann die TIWAG den Bedarf der Tiroler Stammkunden nicht mehr ausreichend decken? Und all jene Tiroler, die umziehen oder einen neuen Betriebsstandort brauchen, zahlen nun die Zeche für TIWAG-Kunden aus anderen Bundesländern?

FPÖ fordert sofortige Senkung!

Die Freiheitlichen schießen sich derweilen auf die TIWAG ein: Sie fordern, dass der Grundversorgungs-Tarif für Neukunden sofort gesenkt wird. "Tiroler Stromkunden haben gemäß § 77 des Elektrizitäts-Gesetzes das Recht auf einen Strom-Grundversorgungspreis. Dieser darf nicht höher sein, als jener Preis, den man der Mehrheit der Kunden anbietet. Das gilt aus unserer Sicht auch für Unternehmer!", heißt es dazu. Die FPÖ brachte im Landtag einen Dringlichkeits-Antrag ein. Der Eigentümer Land Tirol soll die Senkung umsetzen...


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