26 Bürgermeister waren beim Treffen in Strass dabei. Im Bild: Kundls Bgm. Anton Hoflacher, SPÖ. 41 Gemeinden haben die Resolution unterzeichnet. „Nahezu alle von Erl bis Gries am Brenner“, erklärt Initiator Bgm. LA Ing. Alois Margreiter (ÖVP).

Schulterschluss der Bürgermeister gegen Transit

Den Bürgermeistern der Autobahn-Anrainer-Gemeinden reicht es. Gemeinsam wollen sie eine starke Einheit bilden und das Transit-Problem in den Griff bekommen. Ambitionierte Ziele, angesichts der 2,5 Mio. LKW-Fahrten durch Tirol (zumindest vor dem Shut-Down)...

STRASS Der Einladung von Breitenbachs Bürgermeister LA Ing. Alois Margreiter (ÖVP) waren 26 Bürgermeister gefolgt. Im Gasthof Hotel Post wurde Anfang März eine Resolution verabschiedet, die bereits in anderen Regionen zum Einsatz gekommen ist. Die Bürgermeister des nördlichen und südlichen Wipptals, Eissacktales, Stubaitales und des Inntals werden sich formieren, "damit unser Lebensraum für unsere Bevölkerung auch für künftige Generationen gesichert ist. Wir akzeptieren die einseitige Betrachtungsweise im Sinne der Lobbyverbände nicht", heißt es in der Resolution. Hier spielen die Bürgermeister auf die Aussagen der EU-Verkehrskommissarin Adina Valean bei ihrem Tirol-Besuch im Februar an. "Dieser Auftritt war ein Schlag in die Magengrube von uns Bürgermeistern und der Bevölkerung", ärgert sich Bgm. LA Margreiter. 

Das Podium beim Treffen (v.l.): LA Florian Riedl, Bgm. Alfons Rastner (Mühlbachl), LA Bgm. Alois Margreiter (Breitenbach) und NR Hermann Gahr (alle ÖVP).

Transit: "Die Grenze ist erreicht!"

Die Resolution kurz zusammengefasst - die komplette Version findet man am Ende des Artikels: Den Bürgermeistern reicht es. Insgesamt haben 41 Gemeinde-Chefs die Resolution unterschrieben und schickten diese an alle beteiligten Personen. "Wir im Unterland haben unsere Hausaufgaben gemacht", sagt Margreiter weiter – und spricht hier den Bau des Brenner-Basis-Tunnels an. Es sei weder den Bayern, noch der EU ernst mit dem weiteren Ausbau des BBT. Hier müsse vor allem in Bayern etwas weiter gehen, denn ohne den Nordzulauf des Tunnels wäre dieser weit weniger sinnvoll.

"Es ist höchste Zeit, dass wir Bürgermeister der Gemeinden von Erl bis zum Brenner gemeinsam auftreten", sagt Margreiter. Auch die nichtanwesenden Bürgermeister haben die Resolution unterschrieben. Insgesamt 41 Unterschriften.

BBT, Tank-Tourismus, Diesel-Privileg...

Auch weitere Probleme wie der Tank-Tourismus wurden angesprochen. "Der Diesel an den ASFINAG-Tankstellen (an den Autobahnen, Anm.) muss auf die Preise der normalen Tankstellen gesenkt werden", fordert Margreiter. Auch Kramsachs Bgm. Hartl Zisterer (ÖVP) schlägt in diese Kerbe und erklärt, dass die Verkehrs-Achsen völlig überlastet sind. Er spricht hier den vielbelasteten "Unterberger"-Kreisverkehr in Kramsach an. 19.000 Fahrten seien hier zu viel.

Kufsteins Bürgermeister Martin Krumschnabel.

Ein weiteres Thema war das Dieselprivileg. Kufsteins Bürgermeister Mag. Martin Krumschnabel nimmt hier vor allem die ÖVP in die Pflicht: "Die ASFINAG-Gesetze wären leicht zu ändern. Auch wenn man dadurch der Wirtschaft schaden würde", sagt er. Er und weitere Bürgermeister aus der Region um Kufstein erzählen, dass sich viele Bürgermeister der angrenzenden bayrischen Gemeinden besser von Tirol vertreten fühlen, als von ihrer eigenen Regierung in Bayern. Diese Resolution ist aber erst der erste Schritt, erklärt Bgm. Alfons Rastner, als Planungsverbands-Obmann des Wipptales. "Es geht darum weitere Schritte zu setzen. Wir müssen den Transit massiv reduzieren", sagt er.
Bestehende Kontrollstellen sollen verwendet werden um den LKW-Ansturm zu verringern. Er spricht die Idee an, nur mehr alle 30 Sekunden einen LKW einfahren zu lassen. So würde sich der Verkehr auf 1,2 Mio. LKW pro Jahr reduzieren.

Auch Autobahn-Blockaden stünden im Raum – dieser Idee sprachen aber mehrere Bürgermeister die Sinnhaftigkeit ab.


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