An der hinteren Grundstücksgrenze befindet sich ein landwirtschaftlicher Fahrweg.

Gegenwind für Kramsacher Chalet-Fantasia

Wie kann man im landwirtschaftlichen Freiland ein Chalet-Dorf planen? Diese Frage stellen sich in Kramsach und im Unterland aktuell einige... Und während der Bürgermeister noch über "ungelegte Eier" spricht, gibt es doch Planskizzen und Besprechungen.

KRAMSACH In der Hagau, beim Haberbach, Ortsgrenze zu Münster, soll ein Ferien-Dorf mit 27 "Häusln" (oder mehr) entstehen. Als Bauherr tritt der Unternehmer Alban Gubert auf. Betreiber soll die "Alps Residence Holidayservice GmbH" werden, Geschäftsführer ist Gerhard Brix. Das Grundstück gehört offenbar einer älteren Dame aus Innsbruck und Ing. Franz Fröschl (zum kleineren Teil).

Der ROFAN-KURIER war vor Ort und hat mit Nachbarn gesprochen: Niemand hat hier Verständnis für die Pläne, die auch bereits im Bauausschuss besprochen wurden. Einer der betroffenen Nachbarn ist Bauer Rupert Meixner. Etwa 40 Stück Vieh hat er, sein Hof grenzt sowohl mit Feld als auch mit dem Wirtschafts-Gebäude an das Chalet-Grundstück... "Wie soll das funktionieren?", fragt er sich. "Wenn die Kühe von der Alm kommen, stehen sie auch über Nacht am Feld. Mit den Glocken. Das könnte wen stören. Und ich muss hier Mist streuen! Ja freilich riecht man das..." Meixner ist einer der letzten Heubauern im Dorf. Die Arbeit ist aufwändiger und zudem auch lärmintensiver.

Unabhängiger Bauern-Verband gegen Umwidmung

Michael Volland, Zweiter auf der Kufsteiner Bezirksliste des "UBV" (Unabhängiger Bauern-Verband), der heuer erstmals parteiübergreifend zur Landwirtschaftskammer-Wahl antritt, ist selbst Kramsacher. Er hält von den Plänen wenig: "Die grünen Vorrangflächen müssen erhalten werden. Wenn hier einfach umgewidmet werden kann, wofür brauchen wir dann die Vorrang-Widmungen? Der Flächendruck ist sonst schon zu groß! Alles wird zugebaut. Meinerseits ein klares 'Nein' zum Chaletdorf-Projekt auf der grünen Wiese!"

Hinter diesem Bänkchen beginnt das Grundstück, auf dem das Chalet-Dorf errichtet werden soll.

LWK-Präsident Hechenberger hat kein Verständnis

Landwirtschaftskammer-Präsident NR Ing. Josef Hechenberger (ÖVP): "Der Ball liegt bei der Gemeinde. Aber ich lehne das aus drei Gründen ab: Erstens haben wir hier LW Vorsorgeflächen, zweitens ist der Flächenverbrauch unverhältnismäßig groß. Und drittens fürchtet der benachbarte Bauer um die Fortführung seiner Landwirtschaft. Sollte die Gemeinde hier tatsächlich so etwas wollen, müsste auch die Landesregierung zustimmen, damit hier eine Nutzungs-Änderung kommen kann." Da werde er aber auch noch entsprechend mitreden...

Seitens der Gemeinde Kramsach heißt es von Bgm. Hartl Zisterer, im Grund- und Bauausschuss sei der Projekt-Entwurf vorgestellt worden. Genauer erörtert werde das Projekt nun noch im Wirtschafs-Ausschuss...

Auf diesen 20.000 Quadratmeter landwirtschaftlicher Fläche sollen in Kramsach nahe der Gemeindegrenze zu Münster 27 Ferien-Chalets entstehen.

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