Der aktuelle Plan für die Abfahrt von der Bundesstraße zur Harterstraße verläuft auf dem Feld von Landwirt Alois Huber.

Fügen: "Eine Umfahrung, die nichts umfährt"

Im Projekt "Umfahrung Fügen" ist eine Abfahrt von der Bundesstraße zur Harterstraße geplant. Diese verläuft auf dem Grundstück von Landwirt Alois Huber, der aber auf öffentlichem Gut eine bessere Alternativ-Lösung sieht.

FÜGEN Im September 2020 hieß es: "2021 wird mit der Umfahrung gestartet." Über ein Jahr später gab das Land Tirol bekannt, dass in Kürze die wasser- und naturrechtlichen Verfahren beginnen. Von der geplanten "Umfahrung" sind auch einige Anrainer und Landwirte betroffen. Einer von ihnen ist der ehemalige Gemeinderat Alois Huber (Fügen). Seinen Hof hat er im Ortskern. Entlang der "Harterstraße" befindet sich eines seiner Felder. "Hier ist eine Abfahrt geplant, die von der Bundesstraße auf die Harterstraße führt", sagt Huber. Die "Umfahrung" umfährt für ihn nichts...

Die Linie auf der Zufahrt "Wetscher" ist die Grenze zwischen Besitz Möbelhaus und öffentlichen Gut. Huber sieht hier eine Alternativ-Lösung.

Öffentliches Gut als Lösung?

Neben der Harterstraße befindet sich das Möbelgeschäft Wetscher, dazwischen fließt der "Leitnerbach". "Die Zufahrt zum Wetscher ist durch eine Leitlinie getrennt. Diese Linie ist die Grenze zwischen dem Grundstück vom Möbelgeschäft Wetscher und einem öffentlichen Grundstück, das bis zur Harterstraße reicht", sagt Alois Huber. Für ihn wäre es eine optimale Lösung, dieses als Abfahrt zur Harterstraße zu nutzen, denn "ist es wirklich nötig, wertvollen Landwirtschafts-Grund zu asphaltieren, wenn es ein öffentliches Grundstück gibt, das den gleichen Zweck erfüllt?", sagt der Landwirt und erklärt: "Die ganzen Maßnahmen wie Lärmschutz oder auch die Eisenbahn-Kreuzung bleiben bei beiden Varianten gleichermaßen aufrecht." Dazu Bgm. LA Mag. Dominik Mainusch (ÖVP): "Grundsätzlich hat Alois Huber nicht unrecht, dass man hauptsächlich öffentliches Gut verwenden sollte. Allerdings wird es bei der Abfahrt extrem eng und das ist mit massiven baulichen Maßnahmen verbunden. Zum Bach bräuchte es Sicherungen, Stützmauern. Das ist dann einfach zu teuer und nicht leistungsfähig. Das sind die Hauptgründe, warum man sich für die andere Variante entschieden hat."

"Umfahrung umfährt kein Haus"

Neben der Abfahrt zur Harterstraße stellt sich für Huber eine weitere Frage: "Warum heißt das Projekt 'Umfahrung Fügen'? Diese Umfahrung umfährt nämlich kein einziges Haus..." Ein weiteres Problem sieht Huber beim Kreuz "Fügen-Nord" im Bereich der ehemaligen Zillertaler Tenne: "Wenn man von Fügenberg kommt, gibt es laut Plan keine Auffahrt zur Bundesstraße..."


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