Der ROFAN-KURIER sprach 2016 exklusiv mit Angelika M. (rechts). Eine Freundin begleitete sie zum Interview. Ohne Begleitung wagte sie sich nicht aus dem Haus.

Opfer in Angst: Vergewaltiger wird nicht abgeschoben

2016 wurde die damals 52-jährige Angelika M. in Innsbruck brutalst vergewaltigt und misshandelt. Heute, nach 5 Jahren, ist der Täter, ein afghanischer Asylwerber, wieder frei. Nun lebt sie in Angst, denn er wird nicht abgeschoben...

TIROL Ein Rückblick: Es war Montag Abend, 22. Februar, kurz vor 18.00 Uhr, schon dunkel. Angelika möchte nach dem Einkaufen ihre Freundin Anne besuchen. Anne wohnt in einem Mehrparteien-Haus in den Sillhöfen beim Olympiastadion in Innsbruck. Am Weg dorthin verfolgt sie plötzlich ein Mann. In gebrochenem Englisch spricht er sie an, wird zudringlich. Angelika erinnert sich: "Ich habe mich gewehrt und ihn mehrmals weggestoßen." Ihre Stimme zittert, wenn sie spricht. Der Afghane sagt schließlich "OK...", geht auf Abstand. Was Angelika nicht bemerkt: Er verfolgt sie weiter. Gerade, als Angelika an der Tür ihrer Freundin läuten will, packt sie der Angreifer von hinten und zerrt sie auf einen Grünstreifen hinter dem Haus. Was folgt, ist ein einstündiges Martyrium, das Angelikas Leben zerstört: "Ich habe mich gewehrt. Ich habe geschrien, geweint, aber niemand ist gekommen! Er hat mir den Mund zugehalten. Mich immer wieder geschlagen..." Angelika wird mehrfach vergewaltigt. Der Täter beschimpft sie. Bedroht sie. Beißt ihr ins Gesicht. In die Lippen. "Wie ein krankes Vieh..." erinnert sich Angelika. Sie hat schwere Verletzungen, Blutungen im Unterleib.

Täter in Innsbruck gesichtet

"Du Stück Scheiße! Ich bringe dich um!, wiederholte der Täter immer wieder", erinnert sie sich. Angelika war, nein ist, schwer traumatisiert, verlor ihre Arbeit, wurde mittellos. Der ROFAN-KURIER hat damals den Rauswurf aus der Wohnung verhindert und eine Spenden-Aktion gestartet, an der sich auch die Tiroler KRONE beteiligte. Gemeinsam wurden mehrere Tausend EURO gesammelt, die die schwer misshandelte Frau dringend brauchte, da ihr damals die Mindest-Sicherung verwehrt wurde. Doch nun erlebt Angelika ihre Angst neu! Der Täter kennt ihren Namen, ihre Adresse. Und heute, nach fünf Jahren, ist er wieder frei. Bekannte von Angelika haben ihn in Innsbruck gesehen. Offenbar im Tivoli-Park.

Fragwürdiges System...

Am 8. Jänner 2016 stellte der afghanische Täter nach illegaler Einreise einen Antrag auf "internationalen Schutz". Am 22. Februar fällt er über Angelika M. her und wird verurteilt. Im Mai 2017 weist das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl den Antrag auf "internationalen Schutz" ab, verweigert dem Täter den Aufenthaltstitel und stellt auch fest, dass eine Abschiebung nach Afghanistan zulässig ist. Im Juli 2020 stellt der Mann aus der Haft einen weiteren Antrag auf "internationalen Schutz", der nun auch vom Bundes-Verwaltungsgerichtshof (BVwG) abgewiesen wird. Abermals legt der Afghane Beschwerde ein, bringt jetzt vor, dass sich die "Sicherheitslage" in Afghanistan (Machtübernahme der Taliban) geändert hätte. Nun kommt der Verfassungs-Gerichtshof (VfGH) zum Zug, der jetzt die Beschwerde als "begründet" einstuft. Der VfGH hebt (wie laut KRONE auch in etlichen ähnlichen Fällen) die Entscheidung des Bundes-Verwaltungs-Gerichtshofes auf: Es findet keine Abschiebung des Täters nach Afghanistan statt. Aber: Der VfGH stellt auch fest, dass der Täter keinen Asylstatus bekommt... Jetzt muss sich das Bundes-Verwaltungsgericht abermals mit dem Antrag des Täters auf "subsidiären Schutz" beschäftigen, weil er laut VfGH nicht abgeschoben werden darf... Subsidiärer Schutz bedeutet ein Einreise- und Aufenthalts-Recht in Österreich, vollen Zugang zum Arbeitsmarkt und die Möglichkeit, einen Fremden-Pass zu erhalten... Das Opfer ("dieses System ist menschen-verachtend!") und ihr Anwalt, Mag. Markus Abwerzger (FPÖ), sind schockiert....

Weitere Infos: http://archiv.rofankurier.at/cms/index.php/component/k2/item/3307-angelika-m-mir-bleibt-nur-die-angst

http://archiv.rofankurier.at/cms/index.php/component/k2/item/3260-vergewaltigt-und-gequaelt-roku-startet-hilfs-aktion


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