Im heurigen Jahr wurden bereits 23 Blockabfertigungen durchgeführt. Bis Jahres-Ende 2018 sollen es 26 Tage mit LKW-Blockabfertigung sein.Land Tirol/Sedlak

Über 30 LKW-Blockabfertigungen 2019 geplant

Blockabfertigungen, Schwerpunktkontrollen, eine einheitliche Korridormaut und eine LKW-Obergrenze: Mit diesen Aktionen hofft die Tiroler Landesregierung, mehr LKWs auf die Schiene zu bringen.

TIROL Kürzlich präsentierte die Tiroler Landesregierung den Blockabfertigungs-Plan für 2019. Der vorgestellte Dosier-Kalender wurde auf Basis des heurigen Verkehrsaufkommens erstellt und weist 17 Dosier-Tage für das erste Halbjahr auf. Die erste Blockabfertigung gibt es am 7. Jänner. Weitere Termine für Blockabfertigungen sind um Christi Himmelfahrt, um Pfingsten und um Fronleichnam geplant. "Wir haben das Verkehrsaufkommen genau analysiert und kommen auf 17 Blockabfertigungen im ersten Halbjahr 2019, auf Grund der (LKW-)Steigerungsraten rechne ich mit mindestens 30 Blockabfertigungen im Jahr 2019", erklärt Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP).

Platter: "Blockabfertigungen sind EU-Konform"

Außerdem informierte er, dass "die EU-Konformität (der Blockabfertigungen, Anm.) einwandfrei gegeben ist." Für die Terminisierung der weiteren Dosier-Tage wird die Auswertung der Blockabfertigungen im heurigen Herbst abgewartet. Heuer sind noch drei solcher Tage geplant: Am Samstag, 27. Oktober, am Freitag, 2., und am Montag, 5. November.

Neben den Blockabfertigungen setzt das Land Tirol auf weitere Maßnahmen zur Eindämmung des LKW-Verkehrs. Es werden etwa das IG-Luft-Fahrverbot und das Wochenend-Fahrverbot laufend evaluiert und adaptiert. "Langfristig lässt sich jedenfalls festhalten: Eine Verlagerung des Güterschwerverkehrs von der Straße auf die Schiene ist unausweichlich. Dafür braucht es eine Kostenwahrheit – derzeit ist der Transport auf der Straße viel zu günstig – sowie eine einheitliche Korridormaut von München bis nach Verona, die an Tiroler Verhältnisse angepasst ist, und eine LKW-Obergrenze", sagt LH Platter auf ROFAN-KURIER-Nachfrage.

Um diese einheitliche Korridor-Maut zu erreichen wurde im Juli und August mit den Bürgermeistern des Inntals (Tirol und Bayern), sowie mit den Bürgermeistern des Tiroler und Südtiroler Eisack- und Wipptals gesprochen – unter anderem vom Landeshauptmann persönlich. "Der Transitverkehr hat in Tirol und den umliegenden Regionen ein Maß erreicht, das so nicht länger zu akzeptieren ist", resümiert Platter.

561 Verstöße gegen die 60-km/h-Begrenzung in der Nacht

Gleiches Thema – andere Baustelle: In den letzten ROFAN-KURIER-Ausgaben kamen LH-Stv. Mag. Ingrid Felipe (GRÜNE) und Fritz Gurgiser (Transitforum Austria) zu Wort. Dabei ging es jeweils um die Geschwindigkeiten der LKWs, am Tag und auch in der Nacht: „Der Großteil der LKWs hält sich an die gültigen Regeln“, erklärte Felipe in der Juli-Ausgabe. „Es gibt in Tirol keinen LKW, der wirklich Tempo 80 fährt, und in der Nacht fährt keiner 60 km/h“, entgegnete Gurgiser in der August-Ausgabe.
Die von LH-Stv. Felipe angekündigte Intensivierung der Kontrollen scheint nun stattgefunden zu haben: In Schwerpunktkontrollen von Mai bis Juli wurden 561 Übertretungen gegen die 60-km/h-Begrenzung in der Nacht geahndet. Dabei kontrollierte die Polizei auf der Inntalautobahn mit Zivilstreifenfahrzeugen, Radarfahrzeugen und Blaulichtstreifen mit Lasermessgeräten – das sind die effektivsten Methoden, erklärt Polizei-Oberst Markus Widmann. „Die Überschreitungen lagen zum Großteil im Bereich von strafbaren 15 bis 20 km/h, die höchste gemessene Geschwindigkeit war 88 km/h“, erläuterte die Polizei in einer Aussendung – laut Oberst Widmann waren auch einige Tempoüberschreitungen im nicht strafbaren Bereich dabei.

LH-Stv. Ingrid Felipe (GRÜNE) und Fritz Gurgiser (Transitforum Austria) sind nicht der selben Meinung! ©Grüne/Transitforum

Durch diese Zahlen fühlen sich das Transitforum und Fritz Gurgiser bestätigt: "Wir sehen eine volle Bestätigung unserer eigenen Wahrnehmungen, wonach 100 Prozent der Transitlaster in der Nacht Tempo 60 nicht einhalten, sondern massiv überschreiten!" erklärt Gurgiser. Das Prinzip der Kontrollen "auftauchen, kontrollieren, strafen und wieder abtauchen", findet Fritz Gurgiser richtig, "denn in kürzester Zeit sind die Fahrerkollegen von Hamburg bis Palermo informiert, dass kontrolliert wird und bremsen sich ein." Überschreitungen von Tempo 60 sind für das Transitforum ein "Anschlag auf die Gesundheit bzw. Leib und Leben und rigoros zu bestrafen."

LH-Stv. Ingrid Felipe (GRÜNE) sagt, dass Tirol über das dichteste Kontrollnetz Österreichs verfügt, außerdem: "Wir wissen, dass sich Emissionen nachts aufgrund der Inversionslage schlechter verflüchtigen können und sich damit besonders negativ auf die Luftqualität auswirken. Hinzu kommt natürlich eine erhöhte Lärmbelastung in der Nacht. Daher haben wir erst im Mai die Strafsätze für nächtliche Geschwindigkeitsübertretungen erhöht. Mit den erneut durchgeführten Schwerpunktkontrollen wird auch eine Präventivwirkung verbunden sein", erklärt Felipe.