Bgm. Josef Auer (ZUKUNFT FÜR RADFELD): "Viele haben sich freiwillig gemeldet, um Menschen, die Unterstützung brauchen, behilflich zu sein."

Bgm. Auer: "Schrittweise Entscheidungen nötig"

Die Gemeinden bereiten sich bereits jetzt auf reduzierte Abgaben-Ertragsanteile und weniger Kommunalsteuer vor. Der ROFAN-KURIER hat einige Bürgermeister zum Interview zur aktuellen Situation gebeten. Darunter auch Radfelds Prof. Mag. Josef Auer (Liste "Zukunft für Radfeld").

RADFELD Die jetzige Situation rund um den COVID-19-Virus hat voraussichtlich Auswirkungen auf die finanzielle Situation von Gemeinden.

ROFAN-KURIER: "Wie hat Radfeld auf die kommenden finanzellen Herausforderungen reagiert?"
Bgm. Josef AUER: "Wir haben die allerwichtigsten Entscheidungen (Rechnungsabschluss 2019, diverse Auftragsvergaben, etc.) bereits bei der Sitzung am 12. März dieses Jahres getroffen. Derzeit kann aber niemand genau sagen, wie hoch die Mindereinnahmen und die Mehrausgaben sein werden. Deshalb werden wir schrittweise versuchen, die bestmöglichen Entscheidungen zu treffen."

ROKU: „Welche Projekte in der Gemeinde stellt man zurück?“
AUER: „Einige Projekte, wie etwa den Wasserleitungsaustausch mit Neuasphaltierung Innstraße oder Kanal und Wasserleitungsverlegungen im Gewerbegebiet Maukenbach, können wir dank liquider Mittel umsetzen. Manches hängt aber direkt mit Bauten von Privaten oder Betrieben zusammen. Hier kann man noch nicht fix sagen, ob diese heuer umgesetzt werden.“

ROKU: "Der Landtag hat in der Sondersitzung im April beschlossen, dass Gemeinderatssitzungen online abgehalten, bzw. Umlaufbeschlüsse gefasst werden können. Wie handhabt das Radfeld?"
AUER: "Das werden wir mit den Fraktionen des Gemeinderates gemeinsam beraten."

ROKU: "Wie geht man etwa mit Bauverhandlungen oder anderen Amtshandlungen um?"
AUER: "Aufgrund der derzeitigen Situation werden z.B. Bauverfahren ohne öffentliche Bauverhandlung abgewickelt. Generell halten wir uns an die vorgegebenen gesetzlichen Grundlagen."

Bgm. Auer: "DANKE den vielen freiwilligen Helfern"

ROKU: "Hat man aus der aktuellen Situation auch positive Erfahrungen gewinnen können?"
AUER: "Jede Krise birgt auch Chancen! Eine vorsichtige Finanzgebarung haben wir in meiner Amtszeit immer umgesetzt. Es gibt jetzt verstärkt Signale für ein Umdenken in der Gesellschaft, wieder hin zu mehr regionaleren Kreisläufen, zu mehr Unabhängigkeit, weg von der ständigen Wachstumsphilosophie, weg von Finanzspekulationen, etc. Den Zusammenhalt im Ort sehe ich auch als sehr positiv an. Viele haben sich freiwillig gemeldet, um Leuten, die Unterstützung brauchen, behilflich zu sein."

ROKU: "Kurz zum Hochwasser-Schutz-Projekt. Der Bescheid zur Zwangseingliederung ist bereits im März bei euch eingetroffen. Wie werdet ihr weiter vorgehen?"
AUER: „Wir werden Beschwerde beim LVwG (Landesverwaltungsgerichtshof, Anm.) einlegen. Radfeld ist aber nicht 'der Verhinderer' des Hochwasserschutzes. Auch wir wollen einen Hochwasserschutz, aber einen sinnvollen bzw. einen weitsichtigen mit gerechterer Lastenverteilung und mit Wasserrückhalt auch in den Seitentälern. Nur dadurch ist eine Reduktion der Retentionsflächen im Inntal und eine Verbesserung der Grundwasserproblematik für alle betroffenen Inntal-Gemeinden möglich. Radfeld würde sogar doppelt so viel Retentionsfläche wie Kundl zur Verfügung stellen. Wenn man fair ist, kann man das wohl nicht als 'Nichts' bezeichnen.“

ROKU: "Vielen Dank für das Gespräch!"


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