Der FORD MUSTANG Mach-E macht eine gute Figur! Unser Fazit: Er verdient das Pferd am Grill. Auch Dietmar hat ihn getestet...

Ein MUSTANG, der seinen Namen verdient?

Noch nie zuvor gab es bei Einführung eines neuen Elektro-Autos derart heftige Diskussionen um die Namens-Gebung. Verdient der MACH-E aus dem Hause FORD den Namen Mustang?

TIROL Gleich vorweg… Uns ist's egal, wie das Pferdchen heißt. Bei einem Auto kommt es auf andere Werte an. Außerdem ist die Diskussion über die Namensgebung eine tolle Werbung für FORD!

Der Frunk des Mustang Mach-E (Kofferraum unter der Fronthaube).

Erster Eindruck und Handling

Der MUSTANG Mach-E hat das Zeug dazu, seine Käufer zufrieden zu stellen: Die Optik ist ausgezeichnet gelungen und sportlich! Außen wie innen hat man sich beim Design Mühe gegeben: Dieser Wurf ist geglückt und passt zum MUSTANG-Logo! Im Fahrbetrieb kann man dem Elektro-Pferd anständig die Sporen geben: Drei Fahr-Modi stehen zur Auswahl: "zahm", "aktiv" und "temperamentvoll". Beim Kick-Down macht der MUSTANG den Eindruck, als würde er die vollen 351 PS in jedem Modus abrufen. Das macht auch Sinn: Wenn's eng wird, kann man nicht erst zwischen verschiedenen Fahr-Modi herumschalten. Nachteil: Wie bei TESLA kann man diese Fahr-Modi nur über das Display steuern. Einen Schalter vermisst man hier… Beim Handling musste FORD nach einem Fahr-Test des ADAC mittels Update nachbessern und das ESP-Programm optimieren. Alles in allem macht der MUSTANG großen Spaß, wobei das Fahrwerk leicht unruhig wirkt. Wer den Mach-E aber im Grenzbereich bewegt, schnelle Lastwechsel inklusive, kommt auch an die Grenzen der Assistenz-Systeme: Der MUSTANG schmiert dann nicht (nur) über die Hinterräder weg, wie man es einem Sportwagen zugestehen würde. Vielmehr hat man den Eindruck, als würde sich das Elektro-Pferd über die Vorderräder schieben. Partielles Ausbrechen inklusive, bevor dieses dann vom Stabilitäts-Programm oder durch eine kleine Lenk-Korrektur abgefangen wird. Die für eine Leistung von 351 PS eher schmalen 255er-Reifen helfen da nicht unbedingt...

Das Kofferraum-Volumen beträgt 402 Liter, bei umgelegter Rückbank 1.420 Liter.

Zahlen, Daten Fakten

Den Sprint von 0 – 100 km/h schafft der Testwagen mit Allrad und 351 PS in etwa 5,8 Sekunden, was sehr annehmbar ist. Den Mach-E gibt es wahlweise mit Heck – oder Allrad-Antrieb (=AWD) und mit 77 (= Standard) oder 99 kWh (= Extended) Akku. Der Heckantrieb leistet mit großem Akku 269 PS, der Allrad-Antrieb immerhin 351 PS. Die teuerste Version (großer Akku, GT-Ausstattung, Allrad) kommt auf satte 487 PS (0-100 km/h in 4,4 sec.). Beim Auftanken zieht der MUSTANG bis zu 150 kW Ladeleistung. Wie bei fast allen E-Fahrzeugen fällt diese Ladeleistung aber ab 30% Füllstand merklich ab – und wird ab 80% nochmal deutlich reduziert. Abmessungen: Mit 4,71 m Länge, 1,88 m Breite bei einer Dachlinie von 1,62 m reiht sich der MACH-E in die Riege der Mittelklasse-SUVs ein. Das Kofferraum-Volumen beträgt 402 Liter, bei umgelegter Rückbank 1.420 Liter. Dazu kommt ein Front-Kofferraum mit 81 Litern, der sogar wasserfest ist und einen Abfluss hat.

Das Lenkrad des "Elektro-Pferds".

Reichweite und Technik

Im Testbetrieb waren mit Allrad und 99 kW-Akku über 400 echte Kilometer möglich, trotz teilweise dynamischem Fahrbetrieb.  Die Sprachsteuerung spricht gut an, das zentrale Bildschirm-Element mit über 15 Zoll wirkt stark von TESLA inspiriert, wenngleich man bei FORD zumindest einen Teil der Bedien-Elemente mit echten Schaltern und Knöpfen ausführt (danke dafür!). Warum FORD ein Lenkrad-Display verbaut, in dem man genau gar nichts anpassen kann und wo man nicht einmal den aktuellen Verbrauch sieht, erschließt sich nicht. Überhaupt kann man den aktuellen Verbrauch nirgends anzeigen lassen. Das einzige, was FORD einen hier wissen lässt, ist der durchschnittliche Verbrauch pro Fahrt, der übrigens irgendwo zwischen 20 und 28 kWh auf 100 km liegt. Und wie alle anderen Hersteller sammelt FORD fleißig Daten vom Nutzungs-Verhalten. Man kann das aber abstellen – zu Lasten einiger Zusatz-Funktionen. Auch eine Ladestands-Kontrolle (z.B. Abbruch bei 80%) sucht man vergeblich. Hier darf man vielleicht auf ein Update hoffen. Preis und Garantie: FORD gibt auf das Fahrzeug zwei Jahre Voll-Garantie. Achtung: Garantie-Erweiterung nur bis 30 Tage ab Erstanmeldung möglich! Auf den Akku und die Elektro-Komponenten (Motor) gewährt FORD acht Jahre Garantie bis zu einer Laufleistung von 160.000 km und einer Akku-Kapazität von 70%...

Infos: https://gertl.at/
https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/tests/crashtest/details/784/ford-mustang-mach-e/
https://www.ford.at/pkw-modelle/mustang-mach-e

Der Schalthebel des Mustang Mach-E.
Im Fahrbetrieb kann man dem Elektro-Pferd anständig die Sporen geben: Drei Fahr-Modi stehen zur Auswahl: "zahm", "aktiv" und "temperamentvoll".
Der etwas futuristische Türgriff des "Elektro-Pferds".
Die Bedienelemente des Mustang Mach-E.
Das Heck des "Elektro-Pferds".

ROFAN-KURIER - Unabhängige Regionalzeitung im Tiroler Unterland © 2022

Suche

Startseite